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Tausend Teufel: Max Heller 2
Der Audio Verlag, Frank Goldammer, Heikko Deutschmann
Taschenbücher: Der Aufbruch: Roman (Niceville-Trilogie, Band 3)
Daniel Hauptmann, Carsten Stroud
The Monster Man of Horror House: Roman
Heike Schrapper, Danny King

Düster, geheimnisvoll & sehr intensiv

Die Magie der kleinen Dinge: Roman - Jessie Burton, Karin Dufner

17. Jahrhundert in Amsterdam. Als frisch gebackene Ehefrau kommt die junge Nella nach Amsterdam. Hier erwartet sie das herrschaftliche Haus ihres Ehemanns Johannes Brandt, wo sie ab sofort leben soll. Doch ihre neue Familie beschert ihr einen eisigen Empfang und ihr Mann zeigt kein Interesse an ihr. Nur ein Puppenhaus bleibt ihr als Trost, das haargenau ihrem neuen Zuhause entspricht.

Mitten im Oktober 1686 betritt man mit Nella ihr neues Daheim. Genauso wie die Protagonistin reibt man sich fröstelnd über die Arme, weil der Empfang gar so eisig ist. Ihre Schwägerin kommt lediglich ein zurückhaltender Willkommensgruß über die zusammengepressten Lippen. Das Hauspersonal ist vom ersten Augenblick an sonderbar. Der Hausherr und Ehemann selbst, wähnt sich auf Reisen, weil das Handeln mit Waren im Amsterdam vom 17. Jahrhundert vor der Begegnung mit der Gemahlin steht. 

Schnell werden Nella die Schranken gewiesen. Der Hausstand ist für sie nicht von Belang, weil die Schwägerin den Haushalt führt. Das Personal nimmt sie nicht ernst, und ihr Mann hat keinen Blick für sie übrig. Bis sie ihr Hochzeitsgeschenk - ein Puppenhaus erhält, das detailliert ihr Zuhause zeigt.

"Die Magie der kleinen Dinge" ist ein düsterer, geheimnisvoller historischer Roman, der in die Zeit der Gilden im 17. Jahrhundert nach Amsterdam entführt. Dabei kann der Titel auf zweierlei Weise verstanden werden. Einerseits sind es die winzig kleinen Möbel, die Nella als Trost in ihr Puppenhaus setzt und die für erheblichen Wirbel im Hause Brandt sorgen. Andererseits sind es die kleinen Gesten der Wertschätzung, des Respekts und Zusammenhalts, die Nella nach und nach in ihrer Ehe und Familie entdeckt.

Nella ist eine junge Frau, die an den reichen Handelsmann Johannes Brandt verheiratet wurde. Sie setzt viel Hoffnung in diese Ehe und genießt es, dass sie vom Land in die große Stadt gekommen ist. Allerdings geht sie mit reichlich Naivität in die Situation, und merkt erst mit der Zeit, dass ihre Ehe etwas ganz Besonderes ist. 

Diese Erkenntnisse sind die Haupthandlung des Romans, der den Leser in seine düstere Atmosphäre zieht. Das Haus und die Familie Brandt wirken zunächst abweisend, bedrohlich und gefährlich, doch Nella behauptet sich. Sie bringt Nähe, Zuversicht und Geborgenheit mit, was ein wärmendes Feuer im Hause Brandt entfacht.

Gleichzeitig werden die Gepflogenheiten in der Handelsstadt Amsterdam thematisiert, was äußerst faszinierend und fesselnd zu lesen ist. Man wird mit der übergreifenden Macht der Gilden konfrontiert, lernt gemeinsam mit Nella mehr über die wirtschaftlichen Grundlagen der Stadt, und bekommt sehr viel vom Amsterdamer Ambiente mit. 

Ich habe diesen Roman als besonders düster und intensiv empfunden. Jessie Burton hat eine ergreifende Atmosphäre geschaffen, die sich dunkel über Nellas junge Ehe legt. Geschickt hat die Autorin die damaligen Gepflogenheiten, Gefahren und Gebote mit der Handlung verwoben, was ein finsteres Bild mit sich bringt. 

Einzig, mit dem Part um das Puppenhaus, der sogar leitgebend für den Roman ist, konnte ich mich nicht anfreunden. Auch jetzt - nach der Lektüre - ist mir nicht klar, wozu dieses Geschenk gedient hat, und warum dieser mysteriöse Aspekt überhaupt im Roman vorgekommen ist. Denn auch ohne diese rätselhafte Miniaturversion wäre die Handlung beachtlich gewesen.

Ich bin gern mit Nella zu ihrem Ehemann nach Amsterdam gezogen, habe ihre neue Familie kennengelernt und die angespannte Atmosphäre regelrecht genossen. Gerade für Leser, die gern in düsterer Stimmung Geheimnisse aufdecken und hinter familiäre Kulissen blicken, ist es der richtige Roman - vor allem dann, wenn man sich für Amsterdam im 17. Jahrhundert interessiert.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at

Venezianischer Märchen-Kitsch

Nur mit deinen Augen: Roman - Valerie Bielen

Alice Breuer ergreift die Chance und wandert als Au-pair-Mädchen nach Venedig aus. Schon immer hat sie von der Lagunenstadt geträumt. Doch die Familie Scarpa zeigt kein Pardon. Von früh bis spät ist sie im Dienst. Nur nachts kann sie sich auf Erkundungstour durch die Stadt bewegen, wo sie auf den mysteriösen Tobia trifft.

Normalerweise bin ich eher in der Thriller- und Horror-Ecke daheim. Jedoch brauche ich ab und zu etwas für's Herz, und hatte mal wieder Lust auf einen Liebesroman. An "Nur mit deinen Augen" hat mich die venezianische Kulisse gereizt, und die blinde Figur Tobia Manin hat mein Interesse geweckt.

Alice Breuer ist eine junge Frau, die auf sich allein gestellt ist. Ihr fehlt es am familiären Rückhalt und sie will sich einen Traum erfüllen, indem sie nach Venedig geht. 

In der Lagunenstadt tritt sie den Dienst als Au-pair-Mädchen bei Familie Scarpa an. Die Scarpas sind furchtbar oberflächliche Personen, denen der schöne Schein über alles geht. Sie hetzen von einem gesellschaftlichen Anlass zum nächsten, dabei lassen sie kein Fest aus. Kein Wunder, dass sie für die Kinder Unterstützung brauchen!

Daher befindet sich Alice buchstäblich in der Cinderella-Situation: Sie schuftet von morgens bis abends, wobei das Ehepaar Scarpa stellvertretend für die bösen Stiefschwestern steht. 

Nachts schleicht sich Alice aus dem Haus, um wenigstens etwas von der Stadt ihrer Träume zu haben. Auf diesen Spaziergängen trifft sie auf den schönen Tobia Manin, der als geheimnisvoller, blinder Amerikaner die Neugier der venezianischen Gesellschaft entfacht. 

Die Parallelen zur Märchenwelt sind nicht nur auf die berühmte Geschichte von Aschenputtel beschränkt. Sondern mir fällt dazu genauso "Das hässliche Entlein" ein, und die Beziehung zwischen Alice und Tobia lässt sich als "Die Schöne und das Biest" beschreiben. Denn genau wie für die schöne Belle, ist es charakteristisch für Alice, dass sie sich in ihre Bücherwelt verkriecht, und mit ihrem freundlichen Wesen, zum weichen Kern des abweisenden Biests vordringt.

Einerseits habe ich die Geschichte ganz gern gelesen, da Valerie Bielen insgesamt einen guten, flüssigen Schreibstil hat. Andrerseits habe ich Authentizität und Realität vermisst, weil die märchenhaften Elemente regelrecht aus der Handlung geflossen sind. Viele Aspekte haben mich an Cinderella oder - die moderne Version - Pretty Woman - erinnert: armes Mädchen trifft den Prinzen, der sie zur Prinzessin macht. Damit ist die Geschichte schon erzählt, was ich sehr schade gefunden habe. 

Dazu kommen gestelzte Dialoge, die wahrscheinlich schon zu Shakespeares Zeiten altmodisch gewesen sind! Vielleicht liegt es aber daran, dass im Buch eigentlich Italienisch gesprochen wird, und diese Reden der italienischen Gesprächskultur entsprechen. Daher mag ich mir hier kein Urteil bilden, möchte aber unbedingt darauf hinweisen.

Die Beschreibungen von Venedig sind dafür wunderschön. Ich habe die Gondeln, kleinen Gassen und glitschigen Stege vor mir gesehen, und bin gerade nachts gerne mit Alice durch die Stadt flaniert.

Trotz all dieser Kritikpunkte ist die Handlung für zwischendurch okay, gerade wenn einem der Sinn nach einem kitschigen Liebesroman steht. Ich finde es schade, dass das Gesamtpaket an der Oberfläche geblieben ist, und bin wohl mit den falschen Erwartungen an Alices Geschichte gegangen. 

"Nur mit deinen Augen" ist ein märchenhafter Liebesroman, dem der Kitsch aus den Seiten fließt, und vielleicht gerade deshalb - trotz meines Gemeckers - angenehm zu lesen ist.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at

Thriller auf wissenschaftlicher Basis mit politischem Hintergrund

Nanos - Sie bestimmen, was du denkst: Thriller - Timo Leibig

Deutschland im Jahr 2028. Die EU gibt es nicht mehr, das Land ist abgeschottet und die politische Führung wird nicht in Frage gestellt: Nanoteilchen in Lebensmitteln machen es möglich, dass die ganze Bevölkerung eines Staates hörig ist. Alle Menschen? Nein, es gibt eine Gruppe von Rebellen, die resistent gegen die Manipulation durch Nanos ist. Sie haben sich zum Widerstand zusammengetan. 

"Nanos" ist ein visionsträchtiger Thriller, der in der nahen Zukunft in Deutschland spielt. Autor Timo Leibig gibt damit sein Verlagsdebüt, das insgesamt exzellent gelungen ist. 

Grundlage dieses Thrillers ist die Nanotechnologie. Dabei handelt es sich wohl um kleinste Teilchen, die ins Gehirn eingeschleust werden, um dort gewünschte oder unerwünschte Impulse zu erzeugen beziehungsweise zu unterdrücken. Timo Leibig hat sich gefragt, was passiert, wenn diese Teilchen als politisches Instrument eingesetzt werden. Wie sieht eine Welt aus, deren Bevölkerung mittels Nahrungsmitteln manipuliert und gleichgeschaltet wird? 

Meiner Meinung nach hat er eine realistische Vision erschaffen, die dennoch an Altbekanntes erinnern mag. 

Die Handlung ist einem Thriller entsprechend und mit brenzligen Situationen gespickt. Dennoch schafft es der Autor, seine Charaktere menschlich zu halten, und nicht in übertriebenem Heldenepos abzuheben. Leibig führt den Leser anhand nano-resistenter Figuren durch diesen Staat, deren Bevölkerung keine eigene Meinung hat. 

Bei Malek greifen die Nanos nicht, weil jahrelang im Gefängnis gesessen ist. Nach einem gelungenen Ausbruch, hat er sich mit seinem Bruder im Wald verschanzt, wo er auf eine Gruppe von Widerstandskämpfern trifft. Die Rebellin Jannah hat es ihm besonders angetan, weil er in der jungen Frau eine Chance für sein weiteres Leben sieht. 

Gemeinsam mit Malek und Jannah taucht man als Leser in den Untergrund ab. Hier werden Pläne geschmiedet, Intrigen gesponnen und mit etlichen Kraftproben zwischen Malek und der Führungsebene gerungen. Denn Malek ist trotz allem ein verurteilter Verbrecher, der sich nun als Söldner dem Widerstand angeschlossen hat. 

In diesem Strang wird man über die politischen Zusammenhänge, den wissenschaftlichen Hintergrund und die weiteren Gefahren der Nanotechnologie informiert.

Zudem wird aus der Perspektive von Maria - einer Ehefrau und Mutter - erzählt. Sie quält sich mit den Alltäglichkeiten des Regimes ab, hat ihren Haushalt fest im Griff und nicht einmal ihr Ehemann merkt, dass sie immun gegen die Nanos ist. Wären da nicht all diese Kleinigkeiten, die sie früher oder später verraten werden, wenn nicht bald ein Wunder geschieht.

Marias Part mochte ich sehr, weil dadurch die Auswirkungen der Nanos und der politischen Unterdrückung auf das alltägliche Leben beschrieben werden. Die Menschen bespitzeln sich gegenseitig, glauben jedes Wort, das ihr politischer Führer sagt und stellen niemals Entscheidungen in Frage, weil sie aufgrund der Nanotechnologie zu keiner eigenen Meinung fähig sind.

Meiner Ansicht nach werden hier die Zusammenhänge zum Nationalsozialismus beziehungsweise zum Dritten Reich besonders deutlich. Der Jubel um die politische Führung, Konfessoren als bedrohliche Staatsgewalt und die Menschen, die sich gegenseitig misstrauen - das gab es in der deutschen Geschichte schon. Leibig hat das Zusammenspiel des bekannten Regimes gepaart mit neuester Technologie perfekt umgesetzt. Er hat einen interessanten Thriller geschrieben, der glaubhaft und dennoch futuristisch wirkt, und eine Zukunft zeigt, die hoffentlich niemals eintreten wird.

Erzähl- und Schreibstil sind flüssig, spannend zu lesen, und meinem Empfinden nach genau richtig, sodass man bei der Stange bleibt. 

Alles in allem ist „Nanos“ eine düstere Vision, die aufmerksam macht, zum Nachdenken anregt, und davor warnt, dass durch Neues Altes wiederauferstehen kann. Wer gern Thriller mit politischem Hintergrund und auf wissenschaftlicher Basis liest, sollte sich im Jahr 2028 dem Widerstand anschließen, und sich dem Kampf gegen Leibigs Nanos stellen.

 

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at

In Niceville ist das Grauen los ...

Die Rückkehr: Roman - Carsten Stroud, Robin Detje

Schwarze Krähen schießen einen Jet voll chinesischer Unternehmer ab, im Wagen eines Polizisten wird die Beute eines Bankraubs entdeckt, und ein Gefangenentransport geht gehörig schief. Diese Ereignisse geschehen in kürzester Zeit. An und für sich ist es ungewöhnlich, wenn es nicht in Niceville wäre, wo das dunkle Nichts nach den Bewohnern greift ... 

"Die Rückkehr" ist der zweite Teil von Carsten Strouds Niceville-Trilogie. Schon wie beim ersten Band kann ich nur von einem genialen Genre-Mix sprechen, der sich im Lauf der Handlung sogar noch gesteigert hat. 

Mittelpunkt der Ereignisse ist das amerikanische Südstaaten-Städtchen Niceville, indem das Grauen aus allen Ecken und Enden schielt. In Niceville geschieht Merkwürdiges, und es sieht danach aus, dass die Geschichte nicht gut ausgeht.

„ ‚Kannst du dich noch an die Zeiten erinnern, als in Niceville nichts los war?‘
‚Nein‘, sagte Nick (…) ‚Ich auch nicht‘ “ (S. 448)

Dieser zweite Teil schließt nahtlos an den Vorgängerband an. Auch diesmal ist es für mich schwierig, meine Eindrücke zu dem Buch festzuhalten, weil es gar so packend und einzigartig ist.

Als Leser ist man erneut mitten im Geschehen drin. Dennoch gibt Carsten Stroud Raum, um die Figuren wieder zu erkennen und sich zu orientieren. Anfangs geht es ruhiger als im ersten Band zu, dennoch landet man rasch in einer Verfolgungsjagd, bei der ordentlich die Fetzen fliegen. 

Der Autor hält sich nicht zurück. Es gibt kein Zögern oder Zaudern, er geht knallhart mit seinen Figuren um. Dabei spritzt das Blut, das Grauen steht ihnen ins Gesicht geschrieben, und es wird über Leichen gegangen, weil das Leben aus Grauschattierungen besteht.

Die facettenreichen Charaktere haben mich von Beginn an gefesselt und gebannt. Ich liebe es, wenn die Bösen vorbildlich handeln, und die Guten schlechte Entscheidungen treffen. Das ist für mich menschlich, authentisch und wirkt real.

Besonders gut gefällt mir der Cop Nick, weil er nicht aus Niceville stammt und somit einen etwas frischeren Blick auf das Kleinstadtleben hat. Er ist der federführende Charakter der Handlung, und hat sich mit seiner Frau Kate als Mittelpunkt der Story entpuppt.

Bemerkenswert gruselig ist die Figur des Jungen Rainey Teague. Hier spielen dezente Horror-Elemente rein, wobei man niemals weiß, woran man bei ihm ist. Manches Mal hat es mir die Gänsehaut aufgestellt, weil er ein richtig intriganter kleiner Scheißer ist. Dennoch stellt sich die Frage, inwiefern sein Verhalten vom Grauen in Niceville abhängt.

Es gibt etliche Handlungsstränge, die blutig-brutal in der Gegenwart verlaufen, gleichzeitig aber auf der furchteinflößenden Vergangenheit von Niceville beruhen. Hierzu wird man von Carsten Stroud ab und an in die Geschichte der idyllischen Kleinstadt entführt, was für mich faszinierend gewesen ist.

Mir gefallen übersinnliche Elemente immer gut, die hat Stroud gekonnt eingesetzt, ohne dabei an brutal-realistischer Action zu sparen. 

Für mich ist "Die Rückkehr" eine großartige Fortsetzung, meisterlich erzählt und wunderbar umgesetzt. Wer sich auf Western-Style, Mystery, ein bisschen Horror und Intrigen einlassen will, sollte unbedingt zu dieser Trilogie greifen, da ich sie wärmstens empfehlen kann. 


Die Niceville-Trilogie:
1) Niceville 
2) Die Rückkehr
3) Der Aufbruch
Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at

Fesselnde Thriller-Unterhaltung für Jugendliche

Thalamus - Der Hörverlag, Ursula Poznanski, Jens Wawrczeck

Der siebzehnjährige Timo verunglückt bei einem Motorradunfall. Fortan ist er ans Krankenbett gefesselt. Er kommt ins Reha-Zentrum Markwaldhof, wo er sich von einem schweren Schädelhirntrauma erholen soll. Doch im Markwaldhof geschieht Mysteriöses ... 

"Thalamus" ist ein Jugendthriller von Ursula Poznanski, der, wie erhofft, ausgesprochen zu fesseln weiß.

Der Jugendliche Timo wird von einem Moment auf den anderen aus seinem gewohnten Leben katapultiert. Er erleidet bei dem Unfall zahlreiche Knochenbrüche und ein schweres Schädelhirntrauma, das unter anderem sein Sprachzentrum lähmt. 

Zur Rehabilitation wird er an den Markwaldhof überwiesen. Hier soll er dank fürsorglicher und kompetenter Betreuung rasch genesen. Timo teilt sich ein Zimmer mit Magnus, einem Wachkomapatienten. Aber nachts spaziert sein Zimmergenosse in der Klinik umher, und droht Timo, ihn zu töten, wenn er jemanden davon erzählt.

Am Beginn der Geschichte ist man sofort in einer brenzligen Situation. Timo ist mit dem Moped zu seiner Freundin unterwegs. Dank des Klappentexts weiß man schon, dass das Überholmanöver im Regen nicht gut ausgeht, und dennoch habe ich den Atem angehalten. 

Danach liegt Timo im Krankenhaus und wird später in den Markwaldhof überstellt. Gerade das erste Drittel der Geschichte mit den Beschreibungen seiner beschwerlichen Genesung habe ich als sehr glaubhaft und authentisch empfunden. Ich habe mit Timo gefühlt und mich mit ihm ins Leben zurückgekämpft. Außerdem fand ich die Perspektive aus dem Krankenbett interessant, weil es doch mal anders als das übliche Teenie-Leben ist.

Timo liegt also im Reha-Zentrum, kann sich mit jeden Tag etwas mehr rühren, nur sein Sprachzentrum ist ihm nicht gnädig gestimmt. Er bekommt keinen vernünftigen Laut aus dem Mund, und schafft es kaum, mit anderen zu kommunizieren.

Eines Nachts wird er von seinem Bettgenossen Magnus bedroht. Zuerst glaubt Timo, dass er sich das nur eingebildet hat, weil Magnus ein Wachkomapatient ist, der bewusstlos im Bett vegetiert. Allerdings nimmt er nach und nach merkwürdige Vorkommnisse im Markwaldhof wahr, und beschließt, ihnen auf den Grund zu gehen.

Die Thrillerhandlung ist meiner Meinung nach einem Jugendbuch entsprechend umgesetzt. Timo ist auf sich allein gestellt, weil er sich aufgrund mangelnden Sprachvermögens mit niemanden über komplexere Sachverhalte austauschen kann. Im Alleingang stößt er auf unglaubliche Geheimnisse, und stellt fest, seine Freunde aus der Reha sind allesamt in Gefahr.

Thematisch greift Ursula Poznanski neueste Errungenschaften aus der Neurologie auf, und hat sie spannend und gekonnt in ihrem Roman eingesetzt. Wieder einmal hat sie es geschafft, aktuelle Entwicklungen in einen Jugend-Thriller einzuflechten, sodass es neben reichlich Spannung Stoff zum Nachdenken gibt. 

Mir haben besonders Timos Genesung und seine Freunde im Reha-Zentrum gefallen. Hier hat die Autorin facettenreiche Figuren geschaffen, die ich gerne begleitet habe. Egal ob mit Carl - mit C - oder die Spitzensportlerin Mona, Timo hat Freundschaften für's Leben geschlossen.

Winziger Kritikpunkt meinerseits ist die überspitzte Darstellung der Bösewichte, und, die Handlung ist mir als Erwachsene einen Hauch zu konstruiert. Hier jammere ich eindeutig auf hohem Niveau, weil es ein packender Jugend-Thriller ist.

Alles in allem hat mich Ursula Poznanski mit ihrem Jugend-Thriller "Thalamus" überzeugt. Interessante Entwicklungen treffen auf mysteriöses Geschehen und sind im jugendlichen Thriller-Modus fesselnd verpackt. Ein Thriller, der ausgezeichnet zu unterhalten weiß! 

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at

Historischer Absturz

Flug der Träume: Roman - Ariel Lawhon, Annette Hahn

Im Mai 1937 hebt das Luftschiff ‚Hindenburg` in Frankfurt ab. Niemand der 97 Personen an Bord ahnt, dass es die letzte Reise des beeindruckenden Zeppelins ist. 

"Flug der Träume" bedient sich einer realen Katastrophe, die Ende der 1930er-Jahre über die Leinwände flimmerte. Denn am 6. Mai 1937 ist das Luftschiff ‚Hindenburg‘ beim Landeanflug auf Lakehurst vor laufenden Kameras explodiert. Nach wie vor wirft dieses Desaster der Luftfahrt Fragen auf, auf die es bis heute keine Antworten gibt.

Ariel Lawhon geht diesen Fragen in Form ihres historischen Romans auf den Grund und widmet sich der dreitägigen Luftreise von Deutschland in die USA. Zwar kann die Autorin das Geheimnis nicht lüften, dennoch entwirft sie ein Szenario, das gleichzeitig spannend und gefühlvoll zu lesen ist.

Dabei stellt sie reale Passagiere und Crew-Mitglieder vor, und man denkt, es könnte genauso gewesen sein.

Meine Lieblings-Charaktere sind eindeutig Max und Emilie:

Max ist Navigator des Zeppelins und weiß das Luftschiff durch Nebel und schlechte Wetterlagen zu manövrieren. Er ist unsterblich in Emilie verliebt, und hofft sehr, dass sie diese Gefühle erwidert. Außerdem ist er ein stolzer Mann, der sein Offiziersgehabe schon gerne mal seiner angebeteten Emilie zuliebe vergisst. 

Emilie ist Stewardess an Bord der Hindenburg. Sie ist eine Frau, die mitten im Leben steht, und als Pionierin der Luftfahrt eingeht. Denn sie ist nicht nur das einzige weibliche Besatzungsmitglied, sondern sogar die Erste ihres Geschlechts, die eine solche Position ergattert hat. Nebenher hat sie ein geheimes Päckchen zu tragen, ist Hals über Kopf in Max verliebt, will es sich aber nicht eingestehen, und hat zudem alle Hände voll mit den Passagieren zutun.

Emilie und Max zeichnen sich durch spritzige, kesse und witzige Dialoge aus, die einem schon die Schamesröte ins Gesicht treiben - wenn man an das Jahr 1937 denkt. Ich liebe das Geplänkel der beiden, und ihren schneidigen Ton ohne Rücksicht darauf, wer in Hörweite steht.

Werner ist das kleinste Mitglied der Crew und wird als Kabinenjunge eingesetzt. Obwohl er in 
seiner jungenhaften Gestalt unscheinbar wirkt, ist er laufend mitten im Geschehen, weil er von allen Besatzungsmitgliedern über die Maße beansprucht wird.

Die Journalistin Gertrud ist mit ihrem Ehemann als Passagier unterwegs. Diese Frau ist ein heißer Feger, an dem man sich schon einmal die Finger verbrennt. Mit ihrem losen Mundwerk hat sie sich schon um ihren Journalisten-Ausweis gebracht, trotzdem denkt sie nicht dran, ihre Neugier zurück zu halten. Meiner Meinung nach handelt es sich bei Gertrud um eine bemerkenswerte Person, die in ihrem durchtriebenen Wesen immer die Nase in die Belange anderer steckt. Sie ist äußerst berechnend und liefert sich mit ihrem Mann so manches liebevolle Wortgefecht, von denen ich kaum genug kriegen konnte.

Der Amerikaner ist die geheimnisvollste Figur an Bord. Er ist ein Mann, der sich ungeniert auf dem Zeppelin bewegt, Passagiere und Besatzung beobachtet, und sein ganz eigenes intrigantes Süppchen kocht.

Mit dem Amerikaner konnte ich weniger anfangen und seine Rolle ist für mich der Kritikpunkt am Roman. Manches Mal konnte ich seinen Absichten nicht folgen, und war mir unsicher, warum er so handelt, wie er eben gehandelt hat. Zwar bringt sein Part Spionage-Touch in die Story rein, dennoch hat er mich nicht ganz von sich überzeugt.

Die Handlung ist grandios und fesselnd erzählt. Natürlich geht es in erster Linie um die Reise auf der Hindenburg, denn dazu lädt der Roman ja ein. Außerdem bekommt man eine vortreffliche Liebesgeschichte erzählt, die ganz ohne Kitsch, dafür mit Charme und keckem Grinsen, die Reise in die USA verkürzt. Dazu kommen Spionage-Elemente, für die der Amerikaner steht, das Treiben und Arbeiten auf dem Zeppelin, worüber die Crew aufklärt, und die Annehmlichkeiten an Bord, die tatsächlich beeindruckend sind.

Ariel Lawhon schafft es mit ihrem Erzählstil ein Bild der Hindenburg heraufzubeschwören, ohne sich in unnötige Details zu verlieren. Gleich zu Beginn stellt sie die Figuren vor, lädt den Leser zu einem spannenden Rundgang am Schiff ein, und zeigt aus zahlreichen Perspektiven, wie das Luftschiff zu guter Letzt explodiert. 

Mir hat "Flug der Träume" ausgesprochen gut gefallen und ganz viel Lesevergnügen beschert. Ich mochte die Geschichte von Emilie und Max, die kecke Journalistin Gertrud hat mich zum Schmunzeln gebracht, und den historischen Rahmen um den Zeppelin und die aufflammende Naziherrschaft finde ich exzellent umgesetzt.

Dieser Roman hat mich mit Charme, Liebe und dem letzten Flug der Hindenburg überzeugt, und ich hoffe, dass er noch viele Leser mit auf die Reise nehmen wird. 

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at

Die Schatten der Vergangenheit

Schatten - Argon Verlag, Ursula Poznanski, Andrea Sawatzki

Zwei Morde in Salzburg: Ein Mann liegt brutal zugerichtet in seiner Wohnung. Die Leiche einer Hebamme wird ertränkt in einem Bach gefunden. Beatrice Kaspary und Florin Wenninger ermitteln wieder.

„Schatten“ ist der vierte Fall vom Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger, der in das Tagesgeschehen der Abteilung „Leib und Leben“ in Salzburg entführt.

Beatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einem Tatort gerufen. Der Tote liegt in seiner Wohnung und ist inmitten eines heimeligen Chaos drapiert. Bei der Tatortbesichtigung fällt Bea ein Zeitungsbericht auf, der aus ihrer Vergangenheit stammt.
Eine zweite Leiche wird im Wald in einem Bach entdeckt. Langsam bekommt es Bea mit einem mulmigen Gefühl zutun, denn sie ist sicher, dass sie die tote Hebamme kennt.
Ist das Zufall? Oder besteht ein Zusammenhang?

Dieser vierte Band um das Ermittlerteam Kaspary-Wenninger steht seinen Vorgängern um nichts nach und ist mindestens so interessant und spannend, wie es die anderen gewesen sind. 

Es handelt sich um Beas persönlichsten Fall. Die Salzburger Ermittlerin ist selbst betroffen. Obwohl ich privates Ermittler-Involvement normalerweise überhaupt nicht ausstehen kann, ist es hier meiner Meinung nach passend umgesetzt. Es ergibt sich ein rundes Bild in Bezug zu Beatrices Vergangenheit, und hat daher glaubhaft gewirkt.

Es werden Hintergründe aufgedeckt, Geheimnisse gelüftet, und endlich erfährt man, wie Beatrice überhaupt zur Polizei kam. Zwar gab es schon immer Andeutungen, doch so intensiv hat man sich damit noch nie auseinandergesetzt.

Der Fall ist spannend erzählt und der Wechsel zwischen Ermittlungstätigkeit und brisanten Situationen exzellent gewählt. Die Handlung wird von ihrer eigenen Dynamik getragen, und profitiert vom Rätsel raten, was durchgängig die Spannung hält. Ich habe lange gegrübelt, wer hinter den Morden steckt. Es hat fast bis zum Ende gedauert, bis ich mir - zeitgleich mit Bea - sicher war.

Außerdem verschont Ursula Poznanski den Leser vor Beas ewiger Jammerei. In den vorherigen Bänden ist mir Beatrice in ihrer Rolle als überforderte Mutter ordentlich auf die Nerven gegangen. Diesmal liegt es in der Natur der Geschichte, dass dieser Teil von ihrem Leben außen vor bleibt, was mir recht gut gefallen hat.

Florin Wenninger kommt ebenfalls zum Zug, obwohl er leider nur die Rolle einer wichtigen Nebenfigur erhält. Zumindest gibt es Episoden, die aus seiner Perspektive erzählt werden, was interessant zu hören ist. Ehrlich gesagt, es wäre toll, wenn Wenninger mal ein bisschen mehr als Beas Beiwerk wird, weil er ein faszinierender Charakter ist.

Kritikpunkte gibt es dennoch von mir. Zum Beispiel handeln viele Figuren äußerst unlogisch, darunter Beatrices Familie. Und ich hoffe, dass die Polizei im echten Leben systematischer vorgeht!

Ich mag Poznanskis Erzählweise, ihren schnörkellosen Stil, der dennoch zum Grübeln anregt. Ihre Bücher kommen mir oft wie ein Puzzle vor, in denen sie geschickt den entscheidenden Hinweis unter den vielen Steinchen versteckt.

In diesem Sinn kann ich den vierten Fall von Kaspary und Wenninger unbedingt empfehlen, allerdings nur, wenn man die anderen Bände bereits kennt, weil man sich ansonsten um’s eigene Lesevergnügen bringt.

 

 

Bisherige Fälle:
1) Fünf 
2) Blinde Vögel
3) Stimmen
4) Schatten
 
Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at

Düstere Familiengeschichte auf niedrigem Schauer-Niveau

Stiefkind - Audible GmbH, S.K. Tremayne, Hans Jürgen Stockerl, Vera Teltz

Rachel hat einen Traummann erwischt! Die Single-Jahre sind vorbei, denn der reiche Anwalt David Kerthen hat sie geheiratet. Sie zieht in ein traumhaftes Herrenhaus in Cornwall, wo sie gemeinsam mit Stiefsohn Jamie eine richtige Familie sein will. Doch die Vergangenheit wirft einen düsteren Schatten über das junge Glück, weil Jamie bedrohliche Visionen plagen, und er Rachels Tod prophezeit.

S. K. Tremayne hat ein Händchen für unheimliche Familiengeschichten und spielt mit der Grenze zwischen Mystery- und Psychothriller, indem er Figuren und Leser vor mysteriöse Rätsel stellt. Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil sein anderes Werk „Eisige Schwestern“ für Gänsehaut gesorgt hat. Vorneweg, diesmal hat er mich leider nicht überzeugen können.

Rachel ist also in diesem eindrucksvollen Herrenhaus an der Seite eines atemberaubenden Ehemanns gelandet. Wermutstropfen ist, dass ihr Mann ständig beruflich in London residiert, weil so ein herrliches Anwesen in Cornwall ordentlich Geld verschlingt. So liegt es an ihr, sich mit ihrem Stiefsohn Jamie zu arrangieren, was anfangs durchaus gelingt.

Aber Jamie verändert sich. Der Junge zieht sich zusehends zurück, und brabbelt unheimliche Prophezeiungen, die nicht nur Rachel in Schrecken versetzen. Die Todesdrohung für Weihnachten gibt ihr den Rest, und langsam nähert sie sich einem Nervenzusammenbruch.

Protagonistin Rachel habe ich als zweigespaltene Figur empfunden. Sie hat ihrem Leben in London den Rücken gekehrt und sich in die Arme sowie in das Anwesen von David Kerthen begeben. Hier fungiert sie ab sofort als Hausherrin, die sich in den neuen Umständen erst einrichtet. Denn neben Ehe, Stiefkind und der Wohnsituation, setzt sie sich mit Davids ehemaliger Frau auseinander, die bei einem tragischen Unfall gestorben ist.

David Kerthen würde wohl zu den begehrenswertesten Junggesellen zählen, wenn er nicht verheiratet wäre. Er sieht exzellent aus, ist beruflich erfolgreich und seine Familie hat sich schon vor Jahrhunderten in Cornwall einen Namen gemacht. Allerdings merkt niemand, wie er unter dem schweren Erbe der Kerthens zerbricht, und hinter seiner herrschaftlichen Fassade, die Sehnsucht nach einem einfacheren Leben steht. 

Jamie - das titelgebende Stiefkind - findet sich in der Welt der Erwachsenen nicht zurecht. Er vermisst seine Mutter, sucht die Nähe zu Rachel und stößt sie gleichzeitig von sich. Die emotionale Verwirrung hat ihn und sein Handeln geprägt, und man sieht, dass er sich eine solide Familie wünscht. 

Die Handlung wird abwechselnd von Rachel und David erzählt, wobei Tremayne seiner Protagonistin Rachel mehr Raum zugesteht. Hier habe ich mir mehr von Davids Perspektive gewünscht, weil er für mich die interessantere Figur dargestellt hat. 

Denn Rachel ist in ihrem Wesen so verwirrend, dass es für mich oft schon frustrierend war. Ich habe versucht, ihrer Motivation und ihrer Vergangenheit zu folgen, doch Tremayne hält den Leser bzw. Hörer auf Distanz. Beabsichtigt ist wohl ein spannungsvoller Kniff, der die Story am Laufen halten soll. Leider hat es bei mir nicht wie gewünscht gewirkt. Denn ich habe Rachels Entwicklung als langatmig empfunden. Am Ende gibt es eine Passage, wo sie zum stammelnden Nervenbündel wird, die hätte ich mir besonders gern gespart.

Die Handlung an sich erzeugt zu Beginn Spannung, löst sich aber relativ rasch im historischen Hintergrund der Familie Kerthen auf. Ich habe zu keinem Zeitpunkt Gruselstimmung gespürt, und die Mystery-Elemente empfand ich als ungeschickt.

Nichtsdestotrotz hat mich Tremayne mit der düsteren Herbst- und Winterlandschaft von Cornwall und mit dem alten Anwesen in eine einnehmende Umgebung versetzt, die stimmungsvoll zu hören war. Die Hintergründe des unheimlichen Geschehens fand ich zu konstruiert, dafür aber sehr originell, was durchaus Unterhaltungswert hat. Insgesamt habe ich mich trotz meiner vielen Kritikpunkte unterhalten gefühlt. Ich habe nur nicht bekommen, was ich mir gewünscht hatte.

Meiner Meinung nach ist „Stiefkind“ ein Psychothriller, der durch mangelnden Thrill und zu figurbetonten Einheitsbrei in der Masse untergeht, dennoch unterhaltsam für zwischendurch zu hören oder zu lesen ist. Wenn man sich Gruselstimmung und Mystery-Effekte auf Schauer-Niveau verspricht, wird man enttäuscht werden. 

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at

Appetitlicher Siedlertreck

The Hunger - Die letzte Reise: Roman - Alma Katsu, Michael Pfingstl

USA. 1846 brechen 90 Menschen auf den Weg nach Kalifornien auf. Es sind Männer, Frauen und Kinder, in einem Siedlertreck, wie er damals üblich war. Diese Reise geht als ‚Donner Party‘ mit all ihrer blutrünstigen Grausamkeit in die Geschichte ein.

Grundlage dieses Romans ist eine wahre Begebenheit. Die sogenannte ‚Donner Party‘, an die man schaurig gebannt denkt. Damals ist ein Treck Siedler in Richtung Kalifornien aufgebrochen. Sie verschätzten sich bezüglich Dauer und Wetter der Reise, und wurden in den Bergen ohne Lebensmittel eingeschneit. Dennoch haben einige Menschen überlebt, weil sie sich angeblich mit Kannibalismus geholfen haben. 

Alma Katsu erinnert an diese Siedler und hat ihnen ihren eigenen Horror-Roman geschenkt. Dabei hat sie die realen Figuren geschickt mit einem fiktiven Hergang versehen, der für mich packend zu lesen war. 

Diese Version der ‚Donner Party‘ wird aus den Perspektiven der Reisenden erzählt. Ich gehe hier auf die wesentlichen Figuren ein:

George Donner ist der Namenspatron der ‚Donner Party‘. Als Leiter der Reise in den Goldenen Westen trägt er die Verantwortung für fast hundert Menschen. Schnell merkt man, dass er dafür wenig geeignet ist. Er weist weder Führungsqualitäten auf, noch hat er einen Plan, wie sie über die Gipfel der bedrohlichen Berge kommen. Dennoch tut er sein Bestes, damit diese Reise gut ausgeht. Ich habe Donner als unbeholfenen, grobschlächtigen Mann wahrgenommen, der sich schon mal selbst im Weg steht, obwohl er nur das Beste will. 

Tamsen Donner ist die Attraktivität in Person, und nicht nur deshalb als Hexe verschrieen. Sie sammelt Kräuter, fertigt Amulette, und hat sich schon manches Mal mit anderen Männern anstatt des ihrigen hingelegt. Tamsen ist eine undurchsichtige Frau, die mir lange Zeit überhaupt nicht sympathisch war. Dennoch war es faszinierend, in ihre Perspektive einzutauchen, weil sie einen wesentlichen Teil der Geschichte enthält.

Edwin Bryant ist Journalist. Es treibt ihn in den Westen, wo er seine ethnologische Wissbegier stillt. Er ist an Sagen und Glauben der Indianer interessiert. Eine spezielle Überlieferung findet er äußerst bedeutungsschwer.
Seine Passagen sind großteils in Briefform festgehalten, was der Erzählung eine mythische Aura verleiht. Man stelle sich vor, wie er im Wald herumirrt, und versucht, am Leben zu bleiben, und dabei Briefe schreibt! 

Charles Stanton steht am Rand des Trecks und übernimmt schon einmal die Führung, wenn die Situation danach drängt. Geplagt von seiner Vergangenheit, sieht er die Gegenwart als Buße für frühere Vergehen an. Für mich hatte er etwas von einem Clint-Eastwood-Typ. Er ist der Lonely-Rider der Runde, mysteriös, charmant und vernunftbegabt.

Handlungstragende Charaktere sind meinem Empfinden nach Charles Stanton und Tamsen Donner, denen viel Raum in der Geschichte zugestanden wird. Speziell Stantons Part hat mich richtig gepackt. Wahrscheinlich, weil er ganz dem Bild des einsamen Cowboys entspricht.

Alle Figuren haben eines gemeinsam: Sie werden von ihrer Vergangenheit gequält. Manche wollen sie auf dem Weg nach Kalifornien abschütteln, andere sehen in der beschwerlichen Reise eine Art Buße dafür. Dabei sind sämtliche Charaktere grauschattiert, sie wirken real, und Alma Katsu hat ihnen deutlich Leben eingehaucht. 

Die Atmosphäre der Reise hat mich vom ersten Moment an für sich eingenommen. Dieses Treck-Gebaren, wie sich die Menschen mühsam in den Goldenen Westen quälen. Sie schwitzen in der Hitze, starren vor Dreck, hungern still vor sich hin, und gehen den täglichen Arbeiten nach. Bisher habe ich nie von so einer Siedler-Reise gelesen, und allein diese Beschreibungen fand ich sehr mitreißend.

Die Horror-Elemente sind beunruhigend und einigermaßen glaubwürdig - so weit es einen Horror-Roman betrifft. Abgesehen davon hätte der Roman ohne sie vielleicht besser funktioniert. Die Situation an sich - ausgelaugt, ohne Lebensmittel, eingeschneit am Pass auf sich allein gestellt - ist schon dramatisch genug. Meiner Meinung nach hätte es künstliches Grauen nicht gebraucht. Obwohl es der eintönigen Reise Thrill-Momente gibt.

„The Hunger. Die letzte Reise“ ist für mich ein faszinierendes Buch, das den Staub der Prärie ins Wohnzimmer weht und die Kälte der Berge einfängt. Es bringt den Weg der Siedler in Richtung Westen näher, veranschaulicht das Leben im Treck und schildert die Existenzen dieser mutigen Menschen. 

Letztendlich ist es trotz ruhiger Handlung, dafür dank blutrünstiger Elemente und realem Hintergrund, schaurig-spannend zu lesen, und für Interessierte bestimmt empfehlenswert.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at

Needful Things

In einer kleinen Stadt [Needful Things] - Stephen King, Christel Wiemken

Es ist ein neuer Laden in der Stadt! "Needful Things" öffnet seine Türen und lädt seine Kunden zur Erfüllung innigster Wünsche und Sehnsüchte ein. Der Preis ist verhandelbar, jedoch darf man die Rechnung nicht ohne das Grauen machen!

Mit "In einer kleinen Stadt" heißt Stephen King seine Leser erneut in Castle Rock willkommen - und das, im wahrsten Sinne des Wortes! Gleich auf den ersten Seiten wird man als alter Bekannter in Castle Rock begrüßt, und freut sich, dass man sofort wieder erkannt wurde. 

Thematisch hat sich King voll und ganz auf das Geschehen in der Stadt fokussiert. Hierzu ist der Laden "Needful Things" zentral, wo es schreckliche Albträume zu Schleuderpreisen gibt. 

Leland Gaunt hat diesen bizarren Laden nach Castle Rock gebracht. Als Geschäftsführer hat er sich auf Raritäten spezialisiert, die nicht immer greifbar sind. Denn er erfüllt intimste Wünsche und stillt heimliche Sehnsüchte, indem er seine Ware zu einem guten Preis an die Damen und Herren von Castle Rock bringt.

" ... weil jeder gern ein Schnäppchen machen möchte. Jeder möchte etwas umsonst haben - selbst wenn es ihn alles kostet." (S. 629)

Der Clou an der Geschichte ist, dass der wahre Preis im Verborgenen liegt, und an eine harmlose Tat gebunden ist.

Allein der Charakter von Leland Gaunt bringt das Horror-Herz zum Schlagen. Ich habe ihn als unheimlichen Mann empfunden, der in seinem Geschäft sitzt, und auf Kundschaft wartet. Besonders gut ist King die mysteriöse Aura des Ladenbesitzers gelungen, weil ich mich bis zum Ende hin gefragt habe, wer oder was dieser Gaunt eigentlich ist.

Weitere Charaktere dirigieren durch das Geschehen, wobei ich Sheriff Alan und seine Freundin Polly eher als Protagonisten empfunden habe. 

Alan ist als Sheriff der Stadt um das Wohlergehen seiner Bürger besorgt und spürt, dass "Needful Things" wohl nur Unannehmlichkeiten bringen wird. Er ist ein Mann, der seinem Bauchgefühl traut, und dabei meistens auf der richtigen Fährte ist. Doch Gaunt weiß schon, wie er ihn von sich ablenken kann  ...

Alans Freundin Polly besitzt selbst ein Geschäft in der Stadt, wird aber von einer boshaften Arthritis geplagt. Ihre sympathische Art hat sofort mein Mitleid mit ihr und ihrer Krankheit geweckt, und außerdem hat ihre geheimnisvolle Vergangenheit das Interesse an ihr entfacht. Es gab eine Zeit, in der Polly in San Francisco gelebt hat, und die für ganz Castle Rock im Dunkeln liegt.

Andere Figuren sind zum Beispiel der kleine Brian, der mir sofort ans Herz gewachsen ist, und den ich mit seiner kindlichen Jungenart auf der Stelle lieb gewonnen habe. Außerdem ist die alte Nettie erwähnenswert, die sich dezent unter der Oberfläche hält, dennoch äußerst brutal werden kann.

Die Handlung an sich ist ein Meisterstreich, weil King hier Gigantisches geleistet hat. Gefühlt hat er jedem Bewohner von Castle Rock einen Handlungsverlauf geschenkt, der sich um „Needful Things“ dreht, und nach und nach im Gesamtwerk zusammenläuft. Meiner Meinung nach hat er damit wieder gezeigt, dass er der absolute Meister seiner Zunft ist, und als Schicksalsfee in Castle Rock die Puppen tanzen lässt.

"Was ist das eigentlich für eine Stadt, die sie hier haben, Deputy? Sämtliche Einwohner sind verrückt geworden."(S. 652)

Kritik von meiner Seite aus gibt es kaum, und wenn, dann ist sie nicht dem Autor geschuldet. Ich habe festgestellt, dass mir Kings „Stadt-Geschichten“ weniger Spaß als andere Romane von ihm machen, obwohl das Wirbelstrom-Phänomen exzellent zu lesen ist.

"Es hat einen Ausverkauf gegeben. Den größten Total-Ausverkauf, den Sie je erlebt haben ..." (S. 685)

Alles in allem ist „In einer kleinen Stadt“ ein großartiger Roman von einem meisterlichen Autor, den man bei Interesse oder als Horror-Leser beim besten Willen nicht umgehen darf.

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Ruhiger Zombie-Roman mit militärisch-wissenschaftlichem Hintergrund

Die Hungrigen: Roman - Charlotte Lungstrass-Kapfer, Mike Carey

Das Ende der Welt war da. Die Menschheit hat ein parasitärer Pilz befallen, der sie in zombiehafte Wesen verwandelt hat. Nur wenige haben überlebt, die mit Eifer an der Bekämpfung der Seuche arbeiten. Militärisch organisiert, schickt die dezimierte Menschheit Wissenschafter auf die Reise, weil es eine Lösung zu finden gilt.

Die Geschichte von „Die Hungrigen“ knüpft an „Die Berufene“ des Autors an. Hierbei handelt es sich aber um keine Fortsetzung, sondern man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen. Allerdings beschäftigt sich dieses Buch mit den Hintergründen, wie und warum es zu der Berufenen kommt.

Mit „Die Hungrigen“ hält man einen eher ungewöhnlichen Zombieroman in den Händen. Zwar sind die titelgebenden Hungrigen alias Zombies durchaus eine Gefahr, jedoch erweisen sie sich eher als Randerscheinung und der klägliche Rest der Menschheit rückt in den Mittelpunkt. Oder sie rückt in Rosie zusammen, je nachdem, wie man es betrachten will.

Denn Rosie ist ein panzerähnliches Gefährt, das Wissenschafter und Soldaten beherbergt, die sich auf Expedition befinden. Sie folgen ihrer vorgegebenen Route, sammeln Proben ein, verhalten sich im zwischenmenschlichen Bereich äußerst bedenkenswert, und stoßen auf eine Horde wilder Kinder, die anscheinend eine ganz neue Spezies sind.

Der Hauptteil der Handlung ist ruhig, mit wissenschaftlichen Hintergrund und militärischem Ton erzählt. In gewisser Weise ist man als Leser bei Rosie mit an Bord, und schaut dem Treiben der anderen zu:

Wissenschafter und Soldaten sind auf engstem Raum zusammengepfercht. Meiner Meinung nach haben sie sich alle extrem gut gehalten, was vielleicht an der britischen Herkunft liegt, weil sie die Situation allesamt nüchtern betrachten.

Sie spielen Poker, schwingen die Reagenzgläser oder teilen sich die drei Bücher an Bord untereinander auf - alles, um sich die eintönige Zeit zu vertreiben.

Hauptfigur ist der 15-jährige Stephen, der schon mehr als einmal seinen genialen Geist bewiesen hat. Der Junge entwickelte einen Blocker, der Menschen vor Angriffen der Hungrigen schützt, und tüftelt an weiteren Errungenschaften, um die Menschheit am Leben zu erhalten. Jedoch ist Stephens Sozialverhalten extrem gestört. Hier kann man spekulieren, ob es an den Erfahrungen in seiner Kindheit liegt, oder ob er von sich aus autistisch veranlagt ist. Zumindest hält sein unbändiger Forscherdrang Menschen nicht nur am Leben, sondern bringt sie ebenso in Gefahr, weil er höchst experimentierfreudig ist.

In Dr. Rina Khan hat er eine Art Ziehmutter gefunden. Sie ist der einzige Mensch, den Stephen einigermaßen erträgt. Ihr kommt eine wichtige Rolle in der Geschichte zu, auf die ich hier nicht näher eingehe. Es sei nur gesagt, dass Dr. Khan eine mutige Frau ist, die das Leben über alles stellt.

Den ruhigen Stil habe ich bereits erwähnt. Dieser ist auch mein Kritikpunkt, weil es manches Mal zu ruhig wird. Es dauert relativ lang, bis etwas Entscheidendes passiert, und dann verschwindet es eher im Untergrund.

Zwar ergeben sich deutliche Konflikte an Bord und die Gruppendynamik steht im Vordergrund, allerdings hätte ich mir eine Spur mehr Zombieklischee gewünscht, damit die Spannung beim Lesen durch die Seiten treibt. 

Gefallen hat mir die Geschichte an sich, die interessanten Ansätze des Autors und die Verbindung zu seinem anderen Roman. Gerade am Ende wird der Zusammenhang offensichtlich. Diesen Kniff hat M. R. Carey wunderbar hingekriegt.

Schlussendlich ist „Die Hungrigen“ ein ruhiger Zombie-Roman, der auf einer soliden, wissenschaftlichen Basis steht, und mit fesselndem Hintergrundinformationen versorgt. Wer sich eher für die Entwicklung der Menschheit als für blutig-grausliche Zombie-Szenen interessiert, hat damit ein gutes Buch für sich gefunden.

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Eine Fackel im Dunkel der Nacht

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht: Band 2 - Sabaa Tahir, Barbara Imgrund

Elias und Laia sind auf ihrem Weg im Widerstand gegen das Imperium vereint. Sie entkommen den Machthabern in Schwarzkliff und kämpfen sich den Weg in Richtung Kauf frei. Laias Bruder soll aus dem berüchtigten Gefängnis befreit werden, weil sein Wissen die Rebellion entscheiden kann. 

„Elias und Laia. Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ ist die Fortsetzung von „Elias und Laia. Die Herrschaft der Masken“. Der erste Band hat mich wahnsinnig beeindruckt und ich konnte kaum erwarten, den weiteren Weg der Figuren zu verfolgen. Allerdings habe ich gezögert, weil ich fürchtete, der Zauber des Orients könnte verflogen sein. 

Der zweite Teil schließt nahtlos an den Vorgängerband an. Sobald man das Buch aufschlägt, ist man mittendrin in Elias und Laias Flucht. Man riecht den Rauch der Brände, drückt sich an Wände und kämpft erneut gegen mächtige Gegner an. 

Elias, der die Ausbildung zum Elite-Soldaten mit Bravour gemeistert hat, stellt sich gegen das Imperium, um dem Sklavenmädchen Laia zu helfen. Schon lange hat er am Soldatentum, der Unterdrückung durch das Imperium, und dem Lebensstil gezweifelt. Er sieht sich durch die vorhergehenden Ereignisse in seiner Entscheidung bestärkt.

Das Sklavenmädchen Laia wurde von den Rebellen als Spionin in Schwarzkliff eingeschleust. Obwohl sie im Widerstand gegen das Imperium einen wichtigen Kampf sieht, geht es ihr an erster Stelle darum, ihren Bruder aus der Gefangenschaft in Kauf zu befreien. 

Hingegen hat sich Elias Freundin und bisherige Mitstreiterin Helena, dem Imperium als Elitesoldatin verschrieben, und ihr wird die höchste Position als Blutgreif zuteil. Ihr Auftrag ist es, den abtrünnigen Elias zur Strecke zu bringen. Damit erweist sie nicht nur dem Imperium die Ehre, sondern garantiert die Sicherheit ihrer Familie. 

Allein an den Figuren lässt sich ablesen, dass es sich um eine äußerst brutale Geschichte handelt. Genau wie im ersten Band, scheut Sabaa Tahir keine Konflikte, keine Kämpfe, und lässt den Wüstenstand im Blut ertrinken.

Der orientalische Zauber hält weiterhin an, weil bösartige Dschinns durch die Wüste ziehen, Karawanen von Händlern vor den Soldaten des Imperiums fliehen, und sich Elias und Laia mitten durch die Gefahren ihren Weg nach Kauf bahnen.

Allerdings hat mich die Handlung nicht mehr so wie im ersten Band an die Seiten gebannt. Es gibt Intrigen, diabolische Überraschungen, bezaubernde Momente und blutige Auseinandersetzungen, dennoch hat mir das Prickeln zwischen den Charakteren gefehlt. 

Obwohl Laia titelgebend ist, hat mich Helena von Anfang an mehr fasziniert. Sie ist ein komplexer Charakter, hochintelligent, gefährlich und gleichzeitig mit einem liebevollem Herz gesegnet. Hingegen hat Laia eher naiv, manchmal sogar blass, auf mich gewirkt, weil sie als Spielball zwischen den Mächten fungiert. Elias ist der unschlagbare Elite-Soldat, der unter der Last seiner Entscheidungen am Zusammenbrechen ist. Sein Part hat mich gefesselt. Ich mag sein strategisches Denken, seine ausbildungsbedingte Überlegenheit, und es gefällt mir, dass er trotz allem realistisch bleibt.  

Zum Ende hin wartet Sabaa Tahir mit großartigen Überraschungen auf. Sie schafft es, der gefährlichen Reise von Elias und Laia eine unvermutete Wendung zu verleihen, und geht dabei auf sagenhafte Hintergründe ein. 

Alles in allem habe ich „Elias und Laia. Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ gerne gelesen, mich im Wüstensand verzaubern lassen, und habe mich an der Seite von Elias den Kampf gegen Masken gestellt. Obwohl es dem Vergleich mit dem ersten Teil nicht standhält, ist es eine märchenhafte Fortsetzung, die im orientalisch-anmutenden Stil in 1001 Nacht entführt. 

 

Die Reihe um Elias & Laia:
1) Elias & Laia. Die Herrschaft der Masken
2) Elias & Laia. Eine Fackel im Dunkel der Nacht
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Das Final-Girl-Phänomen

Final Girls - Riley Sager, Audible Studios, Nora Jokhosha

Final Girls sind durch die Hölle gegangen. Und sie haben sie als Einzige lebend überstanden. Quincy hat als Studentin ein blutiges Massaker überlebt, während ihre Freunde grausam abgeschlachtet wurden. Jetzt ist sie ein Final Girl, das sich an das damalige Grauen jedoch nicht erinnern kann. Dennoch holt sie die Vergangenheit ein, als ein anderes Final Girl tot in der Badewanne aufgefunden wird.

Riley Sager hat sich für seinen Psychothriller einer blutig-faszinierenden Grundlage bedient: Das Final-Girl-Phänomen. Im Roman wird erklärt, dass Final Girls die kreischenden, überlebenden Mädchen in Horrorfilmen sind, und sich dieser Begriff auf die Realität erstreckt hat.

Quincy ist ein Final Girl. Die blutige Party aus ihrer Studentenzeit hat sie so gut wie möglich hinter sich gelassen. Sie hat einen liebevollen Freund, verdient sich ihren Lebensunterhalt als Bloggerin, und hat ihren Weg gefunden, mit den Schrecknissen von damals umzugehen. Dazu zählt, dass sie sich nur mehr an die Party jedoch nicht mehr an die Bluttaten selbst erinnern kann. 

Doch dann reißt sie Lisas Tod aus der selbst gewählten Idylle. Denn Lisa ist ebenfalls ein Final Girl gewesen, die ihr Leben dem Kampf um's Überleben verschrieben hat. Sie war stets engagiert, anderen Final Girls den Weg zu weisen, ihnen beizustehen, und die dramatischen Ereignisse zu verarbeiten.

Durch Lisas Tod taucht Samantha bei Quincy auf. Samantha ist ebenfalls ein Final Girl, das schon vor Jahren von der Bildfläche verschwunden ist. Sie meint, es sei an der Zeit, dass sich Quincy ihrem persönlichen Massaker stellt, und sich an die Ereignisse von damals erinnern soll.

Ich habe Quincy als sehr mysteriösen Charakter empfunden, bei dem ich vom ersten Moment an gespürt habe, dass etwas unter der Oberfläche brodelt. Sie hat sich ihre Idylle selbst geschaffen, geht ihrer Arbeit und ihren Erledigungen nach, fällt in die liebevollen Arme ihres Freunds, und dennoch merkt man, dass mit ihr etwas ganz und gar nicht stimmt. Denn Quincy beteuert immer wieder, dass sie mit den Ereignissen von 'Pine Cottage' abgeschlossen hat. Doch warum denkt sie ständig daran?

Hier kommt Samantha zum Zug, die Quincy mit 'Pine Cottage' konfrontiert. Sie ist ein verwahrlostes Wesen, das auf mich sofort den Eindruck einer Landstreicherin macht. Außerdem ist sie unberechenbar und ich habe sie rasch als potentielle Gefahr eingestuft. 

Die Handlung wird großteils in zwei Zeitsträngen erzählt, um Quincys Geheimnis auf die Spur zu kommen. Einerseits ist man in ihrem gegenwärtigen Leben unterwegs, bäckt Muffins, schlägt sich mit Lisas Selbstmord und der wechselhaften Samantha herum, andrerseits taucht man mit ihr in ihre Vergangenheit in 'Pine Cottage" ein, wo das blutige Grauen sein Zuhause fand.

Die abwechselnde Erzählweise aus den damaligen und heutigen Ereignissen hat mir sehr gut gefallen, weil man sich so im Verlauf der Geschichte auf das Grauen zubewegt. Außerdem ist es spannend, weil sich Quincy nicht an die Details der Morde erinnern kann. Dieses schwarze, klaffende Loch in ihrem Gedächtnis regt ordentlich zum Rätseln an. 

Die Gegenwart ist durch die launische Samantha geprägt, die mir von Beginn an Angst gemacht hat. Ich kann es nur schwer benennen, doch am liebsten hätte ich Quincy geschüttelt und gewarnt, dass sie bei ihrer neuen Freundin unbedingt aufpassen soll.

Mit den Figuren hatte ich etwas zu kämpfen, weil sie - egal ob Qunicy oder Samantha - nicht nachvollziehbar gehandelt haben. Gerade bei Quincy hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie jetzt völlig am Austicken ist, was sich nicht allein mit ihrem Status als ‚Final Girl‘ erklären lässt.

Gefallen hat mir aber, dass die Rolle von Polizei und Medien angesprochen wird, wie sie den Kontakt zu 'Final Girls' halten, und diese damit immer wieder aus der Versenkung ziehen.

Mit dem Schluss hatte ich so nicht gerechnet, obwohl mir - genau wie der Polizei - bewusst war, dass etwas nicht stimmen kann. Im Endeffekt ergibt sich ein rundes Bild, mit gutem Überraschungseffekt, das insgesamt absolut befriedigend war. 

„Final Girls“ ist ein solider Thriller, mit herausragendem Plot, der aufgrund der launischen Figuren sacht schwächelt. Fazit: Hörenswert und bestimmt auch gut zu lesen.

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Vom Regen in die Traufe

Storm - Die Auserwählte - Virginia Bergin, Sabine Reinhardus

Der tödliche Regen hat Ruby nicht kleingekriegt und mitten im Weltuntergang entdeckt sie enrneut Furchtbares: Das Militär sucht fieberhaft nach einem Gegenmittel, dazu führt es Experimente an Menschen durch! Sie wähnt außerdem ihre Freunde in Gefahr und startet eine rubymäßige Rettungsaktion durch.

"Storm. Die Auserwählte" ist der Folgeband von "Rain. Das tödliche Element" und setzt kurze Zeit nach dem Vorgänger an.

Ruby hat sich nach den schrecklichen Ereignissen im ersten Band in ihrem Haus verbarrikadiert und hofft, dass sie ihr Vater abholen wird. Ihre Tage verbringt sie mit absolut desorganisiertem Verhalten, sie verliert sich in Selbstmitleid, sie hat Angst, und wagt nicht, auf die Suche nach anderen Menschen zu gehen.

Zur Erinnerung: Die Menschheit ist so gut wie ausgerottet, weil im Regen ein tödlicher Virus ist, der eine sehr grausige Wirkung hat. Bisher hat sich Ruby mit ihrer jugendlichen Ignoranz selbst vor dem Schlimmsten bewahrt, obwohl der Großteil ihrer Familie oben im Schlafzimmer verwest.

Als plötzlich die Glocken klingen - ja, eine unheimliche Vorstellung, wenn es ansonsten immer still gewesen ist - fasst sich Ruby ein Herz und geht der Ursache auf den Grund. Bis sie einer alten Schulfreundin gegenüber steht. 

Und dann verliert sich die Handlung leider in den Ereignissen. Ich hatte mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut, weil ich Rubys flapsigen Ton, ihre Umgangsformen und das Teenie-Gehabe an vorderster Front beim Weltuntergang unterhaltsam gefunden habe. Diesmal färbt ihr Wesen allerdings zu sehr auf die Handlung ab, weil die genauso chaotisch wie Ruby auf mich wirkt. 

Ruby fährt hier hin und dorthin, dann kommt sie kurz an, trifft jemanden, und ist wieder dahin, und kämpft nebenher gegen das Militär und den Virus an. Die Ereignisse haben auf mich desorganisiert, chaotisch und ohne Handlungsverlauf gewirkt. Dabei blieb die Spannung auf der Strecke, es wurde mit der Zeit uninteressant und hat daher auch wenig glaubwürdig gewirkt.

Zumindest bleibt Ruby ihre schnodderige Art erhalten, die mir unheimlich gut gefällt. Sie ist ein normaler Teenager, der mit der Situation total überfordert ist. So steht sie zwischen dem fürchterlichen Weltuntergang und Glitzer-Make-up, während sie versucht, einen Plan zu fassen, worin sie wahrscheinlich auch früher nicht gut gewesen ist. Ich weiß von anderen Meinungen, dass sich manche Leser mit Ruby nicht anfreunden können, und sie als unsympathisch empfinden. Dennoch wirkt sie auf mich durchaus real, weil viele Teenager schon damit überfordert sind, ohne fremde Hilfe am Morgen aufzustehen, da kann man am Ende der Welt ebenso wenig Helden erwarten.

Ich finde es schade, dass die Handlung der soliden Idee und Rubys Wesen nicht gerecht geworden ist. Zwar war ich gerne ein weiteres Mal mit ihr unterwegs, doch diese Fortsetzung ist leider hinter meinen Erwartungen geblieben. 

Allerdings habe ich das Ende als tröstlich empfunden, ich mochte die Vorstellung, wie Ruby auf ihre Weise die Kurve kriegt, und bin schlussendlich froh, dass ich die Dilogie vollständig gelesen habe.

Wer unbedingt wissen möchte, wie es Ruby letztendlich ergeht, sollte sich erneut mit dem Glitzergirl in den Regen wagen. Auch wenn es nicht ganz den Erwartungen entspricht, darf man sich zumindest einen interessanten Ausgang versprechen. 

 

 

Die Dilogie:
1) Rain. Das tödliche Element
2) Storm. Die Auserwählte

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Wer ist sie wirklich?

The Wife Between Us: Wer ist sie wirklich? - Greer Hendricks, Argon Verlag, Sarah Pekkanen, Dagmar Bittner

Vanessa hat durch die Scheidung von Richard ein perfektes Leben hinter sich gelassen. Jetzt ist sie ein emotionaler Trümmerhaufen, der Richards Ehe mit der anderen verhindern will. Hingegen hat Nellie Schmetterlinge im Bauch, während sie auf Wolke sieben ihrer Hochzeit mit Prinz Charming alias Richard entgegen schwebt. Und Emma erhält einen Brief, der ihr die Ehehölle prophezeit.

Sarah Pekkanen und Greer Hendriks haben mit „The Wife Between Us. Wer ist sie wirklich?“ einen höchst bemerkenswerten Psychothriller hingelegt, der so geschickt mit den Perspektiven spielt, dass man von Anfang bis Ende gefesselt ist.

Zuerst lernt man als Leser Vanessa kennen. Sie ist eine gebrochene Frau. Nach ihrer Scheidung von Richard blickt sie auf ein nahezu ideales Leben, in einem erstklassigen Haus mit einem wunderbaren Ehemann, zurück. Und sie kann nicht fassen, wo sie jetzt gelandet ist.

Nellie hat den famosen Richard während einer Flugreise kennengelernt. Der charismatische, äußerst charmante Mann, hat sie sofort um den Finger gewickelt und für sie ist klar, dass er ihr persönlicher Prinz Charming ist. 
Emma tritt erst etwas später in Erscheinung, sie ist sich jedoch sicher, dass sie als Richards Assistentin garantiert die nächste Mrs Thompson wird.

Bei diesem Buch ist es für mich schwierig, nicht allzu viel in der Rezension zu verraten, weil manches Hintergrundwissen der ganzen Geschichte garantiert die Spannung nimmt. Ich beschränke mich daher im Weiteren darauf, meine Eindrücke und Gefühle während des Lesens zu beschreiben.

Die Geschichte wird in erster Linie aus den Perspektiven von Vanessa und Nellie erzählt:

Vanessa hat mir leidgetan, weil sie vor den Trümmern ihrer Ehe steht. Allerdings räumt sie bald ein, dass die Schuld nicht allein bei Richard liegt, sondern sie mehr als ein Schäufelchen beigetragen hat. In Rückblenden erzählt sie die Geschichte ihrer Beziehung. Es ist einzigartig spannend, zu erfahren, was sich bei den Thompsons hinter verschlossenen Türen zugetragen hat. Bald versteht man, warum Richard auf keinen Fall die andere Frau heiraten soll.

Nellie ist so voller Hoffnung und Optimismus. Sie kann nicht glauben, dass dieser großartige, beeindruckende Mann von Welt ausgerechnet mit ihr sein Leben verbringen will. Sie fiebert der Hochzeit entgegen und ist dabei ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Die junge Frau schmiedet Pläne, freut sich auf die Feierlichkeit und ist ganz und gar in ihren Bräutigam vernarrt.

Diese gegensätzlichen Blickwinkel haben ein Wechselbad der Gefühle bewirkt. Die hoffnungsvolle Nellie steht in derart positivem Kontrast zur desolaten Vanessa, dass man nicht weiß, was man sich für die beiden wünscht. Soll Vanessa ihren Plan durchsetzen und Richards Hochzeit verhindern? Oder ist man Nellie das Eheglück vergönnt?

Zudem hält die Handlung absolut überraschende Wendungen bereit, welche die beteiligten Figuren laufend in neuen Lichtverhältnissen präsentieren. Das Autorengespann hat souverän und geschickt agiert, um den Leser - trotz der eher ruhigen Handlung - nicht von der Stange zu lassen, und hat mich bis zu guter Letzt vor ein Rätsel gestellt.

Der Abschluss ist gut, hintergründig und hat mich verblüfft. Mein Kritikpunkt ist nur, dass doch einige Fragen offengeblieben sind. Außerdem wird im Epilog der ganzen Misere noch ein aparter Einblick drauf gesetzt. Dieser letzte Schliff hat mich etwas verstört, weil ich ihn anders gewählt hätte, dennoch habe ich es als durchaus passend empfunden. 

Schlussendlich ist „The Wife Between Us“ ein imponierender Psychothriller, der durch geschicktes Figurenspiel und atemberaubende Wenden - trotz bedeckter Handlung - exzellent zu fesseln weiß.

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Rätselhafte Spannung an der Bayview High

One of us is lying - Karen  M. McManus, Anja Galic

Fünf Schüler sind zum Nachsitzen an der Bayview High verurteilt, als einer von ihnen unvermutet zusammenbricht. Simon kämpft um sein Leben, während die anderen hilflos daneben stehen. Kurze Zeit später wird im Krankenhaus sein Tod festgestellt, und es ist klar, dass es keine natürliche Ursache gewesen ist. Aber es waren nur vier weitere Schüler mit ihm im Raum ... 

"One of us is lying" hatte ich zunächst zur Seite geschoben, weil ich dahinter keine so immens spannende Story vermutet habe. Begeisterungsstürme aus der Leserschaft haben mich dann doch neugierig gemacht. Zugegeben, Karen M. McManus hat den typischen High-School-Thriller nicht auf neue Beine gestellt, aber der Handlung mit ihrem packenden Stil wahnsinnig viel Spannung verliehen.

Die Ausgangslage sind fünf Jugendliche, die sich zum Nachsitzen im Chemie-Saal treffen. Die Autorin geht ganz ohne Schnörkel direkt in die Situation rein. Schon zu Beginn des Romans betritt man den Raum, wo Simon wenige Seiten später japsend am Boden liegen wird. Diese Konfrontation mit dem Schlüsselereignis gleich am Anfang, hat mir irrsinnig gut gefallen. Ich mag es, wenn man sofort mitten im Geschehen steckt, zumindest, wenn es übersichtlich bleibt.

Die vier Protagonisten hingegen sind nicht neu, weil sie den üblichen Stereotypen an High Schools entsprechen:

Bronwyn ist die toughe Hochbegabte, die sich sicher auf der bevorzugten Elite-Universität wähnt. Addy geht ganz in ihrer Beziehung auf und glänzt als gekrönte Ballkönigin. Cooper ist die Sportskanone, die sich allseits großer Beliebtheit und Bewunderung erfreut. Hingegen wird um den schuleigenen Drogendealer Nate eher ein Bogen gemacht.

Das Opfer am Boden, das sich eingangs am Boden windet, ist Simon gewesen, der alle ihre Geheimnisse kennt, und sie stets über seine Gossip App zu verbreiten weiß. 

Ein Toter, vier Schüler und hundert Motive. Wer hat es getan?

Nach Simons Zusammenbruch und seinem plötzlichen Todesfall stehen diese vier überlebenden Schüler im Rampenlicht. Die Polizei sieht sie sich zuerst als Augenzeugen, später als Verdächtige näher an, und man weiß, dass jemand im Raum für den Mord verantwortlich ist. Doch wer sagt die Wahrheit, oder lügen sie alle vier?

Die Ereignisse werden abwechselnd aus der Perspektive dieser vier Verdächtigen erzählt, was insgesamt spannend und extrem fesselnd zu lesen ist. Man lernt die Menschen hinter der perfekten - oder in Nates Fall anrüchigen - Fassade kennen und stellt fest, dass sie auf den zweiten Blick gar nicht übel sind.

Die kurzen Kapitel heizen die Spannung an, dezent wird von den Figuren auf ihre jeweiligen Geheimnisse verwiesen, während man sich fragt, wem die Tat zuzutrauen ist. 

Meinem Gefühl nach hat Bronwyn den meisten Raum eingenommen, obwohl ich sie als uninteressanteste Person empfunden habe. Schade, weil ich viel lieber mehr mit Cooper und Addy unterwegs gewesen wäre, oder über Nates Hintergründe erfahren hätte. 

Nichtsdestotrotz bin ich durch die Seiten geflogen. Mir hat dieses Rätsel um Simons Tod unter den Nägeln gebrannt. Laufend habe ich die Situation im Chemie-Saal gedanklich durchgespielt, dennoch bin ich meistens mit meinen Theorien nicht weiter als die Figuren gekommen. Erst im letzten Viertel hat es dann bei mir ‚Klick‘ gemacht. Da wusste ich, was vor sich gegangen ist.

Der Schreibstil ist einem Jugendbuch entsprechend einfach und heizt ordentlich den Lesefluss an. Die knappen Kapitel tendieren dazu, in einem spürbaren Cliffhanger zu enden, sodass einen die Neugierde weiter durch die Seiten treibt.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich trotz der typischen Charaktere, mörderisch-spannenden Lesespaß an der Bayview High hatte, der McManus fesselnden Stil und der rätselhaften Handlung zu verdanken ist. Es bleibt mir nur, diesen Jugendthriller definitiv zu empfehlen, wenn man mal wieder einen Pageturner mag.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at