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Gruselige Weihnachtszeit

Eine Weihnachtsgeschichte - Charles Dickens

 

 
In meiner Ausgabe sind drei Novellen von Charles Dickens erschienen und zwar „Der Weihnachtsabend“, „Das Heimchen am Herd“ und „Silvesterglocken“.
 
Die erste Geschichte - „Der Weihnachtsabend“ - erzählt vom freudlosen und gierigem Geschäftsmann Scrooge, dem in der Weihnachtsnacht drei Geister erscheinen. Der Geist der gegenwärtigen Weihnacht, der vergangenen Weihnachten und jener, der zukünftigen Weihnachten.

„Das Heimchen am Herd“ würde ich als tragisches Lustspiel bezeichnen. Die Peerybingles sind mit ihrem neugeborenen Kind ein doch recht glückliches Ehepaar und nehmen einen merkwürdigen Fremden bei sich auf. Empörung macht sich breit, als der reiche Mr. Tackleton eine ehemalige Schulkollegin von Mrs. Peerybingles heiraten will, er sei doch viel zu alt für das junge Mädchen! Aber der Altersunterschied der Peerybingles ist in etwa gleich und bei Mr. Peerybingle schleichen sich Zweifel ein …

Passend als Abschluss beschäftigt sich „Silvesterglocken“ mit dem Silvesterabend. Diese Novelle weist Ähnlichkeiten zu den anderen beiden Geschichten auf. Toby ist ein alter, armer Mann, der für sich und seine Tochter gegenüber der Reichen keine Hoffnung sieht, bis ihm die Geister der Silversterglocken eines Besseren belehren.

Durch alle Novellen zieht sich das typische Dickens-Motiv. Es geht um Armut und Reichtum, Ungerechtigkeit und Dekadenz.

Besonders gut hat mir die bekannteste Geschichte - „Der Weihnachtsabend“ - gefallen. Ich mag den alten Kauz Scrooge und obwohl ich diverse Verfilmungen kenne, habe ich mich bei der Lektüre ganz schön gegruselt, so eindringlich geht Dickens in der Beschreibung der Geistererscheinungen auf.

„Das Heimchen am Herd“ hat mir leider weniger gefallen. Für so eine kurze Geschichte waren mir zu viele Personen vertreten und ich tat mir schwer, der Handlung und den Motiven zu folgen.

Viel besser war es dann mit „Silvesterglocken“ - auch hier haben mysteriöse Erscheinungen für eine geheimnisvolle Atmosphäre gesorgt und zum Ende hin hat sie mich richtig mitgerissen.

Laut Vorrede von Charles Dickens hat er versucht „ … in diesem kleinen Geisterbuche den Geist einer Idee zu wecken …“, vielleicht nicht eine Idee, aber doch die Feiertagsstimmung hat er bei mir geweckt.
 
© NiWa
Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at/2015/01/rezension-weihnachtsgeschichten-charles.html