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Gelöscht!

Gelöscht  - Teri Terry

Kyla ist eine Verbrecherin, wahrscheinlich sogar Terroristin, aber so genau weiß sie das nicht, denn ihr Gedächtnis wurde gelöscht. Sie ist eine Slater. Eine von jenen jungen Menschen, die nach einer Gehirnoperation ohne Erinnerung an ihr Vorleben wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden.

Doch Kyla hat das Gefühl, irgendetwas stimmt bei ihr nicht. Sind ihre Träume Erinnerungen oder spinnt sie sich einfach etwas zusammen? Warum gehen die anderen Slater in einfältiger Glückseligkeit auf und ihr brennen ständig kritische Fragen auf der Zunge? Und wie kommt es, dass ihr Gesicht auf einer Webseite für vermisste Personen abgebildet ist?

Zuerst begegnet man Kyla im Krankenhaus. Die OP ist schon einige Zeit her und es ist soweit, dass das Mädchen ihrer neuen Familie übergeben wird. Da Kylas Gedächtnis gelöscht ist, weiß man als Leser nicht viel weniger als Kyla über diese Welt.
Gerade diese Erzählweise mag ich persönlich sehr. Man hat dadurch die Gelegenheit gemeinsam mit der Protagonistin die Funktionsweisen dieser Gesellschaft zu erkunden, lernt nach und nach andere Personen kennen und wird langsam an die Geschichte herangeführt.

Der Grundgedanke hinter „Gelöscht“ hat meiner Meinung nach einen sehr realistischen Bezug. Denn wäre es nicht eine Errungenschaft, wenn man durch eine Gehirnoperation Schwerverbrechern eine zweite Chance geben könnte, anstatt sie lebenslang zu inhaftieren oder in vielen Staaten mit dem Tod zu bestrafen?

Diese Frage, die damit verbundenen Chancen und Gefahren, hat die Autorin meiner Ansicht nach als geschickten Rahmen für ihre Dystopie verwendet und man wird natürlich mit weiteren Gedanken dazu und möglichen Antworten darauf laufend konfrontiert.

Nach gut der Hälfte wird die Geschichte etwas lasch, hier werden für mich zu viele Alltagshandlungen eingebunden, die man bereits kennt und wodurch die Handlung selbst nicht weiterkommt. Doch auf einmal nehmen die Ereignisse wieder an Fahrt auf und man steuert auf einen Cliffhanger zu, der einen gleich den 2. Teil der Trilogie schmackhaft macht.

„Gelöscht“ ist für mich ein vielversprechender Trilogie-Auftakt, den ich richtig gern gelesen habe und ich freue mich auf den nächsten Band.

Die Slated-Trilogie:
1) Gelöscht
2) Zersplittert
3) Bezwungen

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at/2015/01/rezension-totenfrau-bernhard-aichner.html