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Mit Gott und dem Teufel unterwegs

Der alte Mann und Mr. Smith. (Taschenbuch) - Peter Ustinov

Zwei seltsame Reisende erkunden die Welt. Der eine nennt sich G-O-T-T und der launige Typ in seiner Begleitung wird Mr. Smith genannt. Doch schon beim Einchecken in ein Hotel, machen sie sich mit plumpen Falschgeld keine Freunde und werden alsdann vom FBI quer über die ganze Welt gejagt.



Gott und der Teufel wollen endlich mal wieder die Welt am eigenen Leib erfahren und nehmen dazu menschliche Gestalten an, die ihnen aber auch so manches irdische Ungemach einzubringen drohen.


Es fängt mit Gotts Falschgeld an, da er seine Schwierigkeiten damit hat, Ort und Zeit richtig einzuschätzen. So kullern schon einmal antike griechische Münzen über den Hotelboden und die FBI-Agenten zeigen sich bei den österreichischen Kronen aus der Kaiserzeit auch etwas irritiert.



Wutentbrannt steht Mr. Smith daneben, der Satan persönlich, der sich der Fernsehsucht ergeben hat und sich im Angesicht des teuflischen Lebenswandels der Erdenbewohner als unnützes Anhängsel des Herrgotts sieht.



Aber auch Gott ist nicht erfreut, vermisst er doch das Gute an seiner Schöpfung und hat seit dem Beginn der Ewigkeit irgendwie den Überblick verloren.



In diesem Werk brilliert Peter Ustinov durch niveauvolle, gut durchdachte Dialoge, die sich Gott und der Teufel in so manchen Disputen geben, sich aber gleichzeitig in ihren Erkenntnissen bestätigen und immer mal gegenseitig auf die Schulter klopfen:



„Du wusstest, was du tatest, als du mich rausgeschmissen hast. Du bist der Dichter der Unendlichkeit. Ich bin lediglich Journalist, von Tag zu Tag, Stunde zu Stunde, Minute zu Minute.“ (S. 128)



Die ganze Geschichte erinnert an einen skurrilen Roadmovie, der sich über sämtliche Gesellschaften und Regierungen der Welt erstreckt. Man beginnt in den USA, besucht das Empire und setzt sich u.a. nach Israel ab, wo Gott auf einmal beweisen soll, dass er tatsächlich Jude ist.



Besonders gelungen sind natürlich die Protagonisten. Peter Ustinov vermenschlicht Gott und den Teufel ihrer irdischen Hülle entsprechend. Dabei zeichnet er Gott als lustigen, gemütlichen alten Mann in weißem Gewand und den launischen Teufel in seiner ganzen Pracht, mit fettigen Haaren und unreiner Haut, gekleidet in ein T-Shirt, dass er in einer Schwulenbar gestohlen hat.



Schade ist nur, dass dieses Werk mittlerweile 20 Jahre alt ist und viele angesprochene Themen - wie zB der kalte Krieg und die UdSSR - einen veralteten Beigeschmack aufweisen, wodurch das Lesevergnügen teilweise gemindert wird und manche Abschnitte etwas langatmig zu lesen sind.



Nichtsdestotrotz, ist „Der Alte Mann und Mr. Smith“ eine sehr amüsante Lektüre, die uns die Dummheit der Menschen vor Augen führt, uns mit Gott und dem Teufel zusammenbringt und dabei nicht einen Augenblick blasphemisch wirkt. 

 

© NiWa