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Die Geschichte um Wharton Park

Das Orchideenhaus - Lucinda Riley, Sonja Hauser

Julia hat einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften und flüchtet in ein erbärmliches Cottage in der Nähe des Herrenhauses Wharton Park. Hier hat sie ihre Kindheit verbracht, ist dem Großvater bei der Orchideenzucht zur Hand gegangen und schon damals hat sie eine behagliche Verbindung zu dem Anwesen gespürt.

Nun soll Wharton Park verkauft werden und der Besitzer Kit drückt ihr ein geheimes Tagebuch ihres Großvaters in die Hand, wodurch sie einem bitteren Familiengeheimnis auf die Schliche kommt.

Das Herrenhaus Wharton Park ist ein wahres Stück Geschichte. Generationen von Lords und Ladies, Gärtnern und anderen Angestellten haben rund um das Haus ihr Leben verbracht. Ich mag den Gedanken, dass ein Gebäude, ein Heim oder in diesem Fall ein richtiges herrschaftliches Anwesen lebende Geschichte ist und Lucinda Riley schafft es immer wieder, rundherum eine ergreifende Story um Vergangenheit und Gegenwart zu weben.

Wie auch in anderen Büchern der Autorin ist dieser Roman in zwei hauptsächliche Erzählstränge aus Vergangenheit - um den 2. Weltkrieg herum -  und Gegenwart gegliedert.

Julia hat es nicht leicht. Anfangs weiß man zwar noch nicht, was genau passiert ist, aber allem Anschein nach hat sie einen furchtbaren Schicksalsschlag zu verarbeiten und die Begegnung mit dem neuen Lord Crawford - umgänglicher Kit genannt - ist von Vornherein verheißungsvoll.

In der Vergangenheit lernt man Olivia kennen. Eine britische Schönheit, aufgewachsen in Indien und von den Eltern zurück nach England verfrachtet, wo sie nach allgemeinem Brauch auf Debütantinnenbällen herumschwirrt, um sich alsbald einen Ehemann zu erwählen.

Der Erzählstrang von Olivia hat mir um einiges besser gefallen als der Part in der Gegenwart. Ich habe mich schon immer gefragt, wie Debütantinnenbälle abgelaufen sind und habe mich gefreut, endlich mehr darüber zu erfahren.

Und dann gibt es einen weiteren Charakter in der Vergangenheit: Harry, der spätere Lord Crawford, der die Leser mit sich in die Kriegsgefangenschaft nach Asien nimmt und den sein Lebensweg unter anderem nach Bangkok führt.

Die Handlung selbst kommt mir bei diesem Buch nicht ganz so komplex vor, wie ich es bisher von der Autorin gewöhnt war. Zwar hat sie wieder eine sehr einfühlsame und zugleich dramatische Familiengeschichte ersonnen, aber gerade im letzten Viertel ist es mir dann zu theatralisch geworden und meinem Geschmack nach komplett auf das Niveau einer mexikanischen Telenovela gesunken, was mir persönlich weniger gefallen hat.

Der Stil der Autorin ist gewohnt angenehm. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, haben allesamt ihr Päckchen zu tragen und während Riley die einen ins Verderben stürzt, sind es die anderen, die sich doch noch an manch glücklicher Fügung erfreuen dürfen.

Insgesamt war es für mich erneut ein glanzvoller Roman, gesponnen aus Vergangenheit und Gegenwart, umwoben von Geheimnissen, und trotz einiger Mängel eine bewegende Geschichte um die Lords und Ladies des Herrenhauses Wharton Park.

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at