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Nette Schauergeschichte für Zwischendurch

Das Gemälde: Eine Geistergeschichte - Aeckerle Susanne, Susan Hill

Das Gemälde zeigt einen Straßenumzug in Venedig am Ende des 18. Jahrhunderts. Dementsprechend sind die abgebildeten Personen ganz in Tradition der venezianischen Maskerade gekleidet und trotz des heiteren Anlasses geht von dem Bild eine düstere Bedrohung aus.

Eine Gräfin aus Yorkshire bietet dem Besitzer Theo alles Geld, das er dafür zu verlangen gedenkt, wenn er ihr nur das Gemälde aushändigt. Denn die Gräfin meint, dass ihr spurlos verschwundener Ehemann in diesem Bild gefangen ist. Theo aber sträubt sich dagegen und will es partout nicht aus der Hand geben, was er allerdings bald bereuen wird …

Die Geschichte von diesem Gemälde erfährt man als Leser aus zweiter Hand. Oliver ist ein ehemaliger Student von Theo und besucht den alten Mann, der ihm daraufhin diese Geschichte erzählt.

Hier greift die Autorin zu den typischen Elementen des altehrwürdigen Schauerromans, wie alten Gemäuern, Grafschaften und ungeheuerlichen Ereignissen. 

Gerade weil es sich um eine Schauergeschichte im klassischen Stil handelt, haben sich hier meiner Ansicht nach zu viele altgewohnte Stilmittel und Wendungen eingeschlichen, wodurch die gesamte Handlung sehr vorhersehbar ist. Zwar hat sie mich recht gut unterhalten, trotzdem habe ich dadurch jeden Schauer und wohl aufgrund der Kürze der Erzählung auch jede Tiefe vermisst.

Die Protagonisten lernt man nur sehr oberflächlich kennen, viele Schatten, die um sich greifen, werden zu seicht betrachtet und auf weitere Erklärungen hofft man vergeblich.

Es wäre eine gute Grundlage für einen ausschweifenden Roman um ein düsteres Bild, das einen grausamen Spuk mit den Menschen in seiner Umgebung treibt, aber so ist es für mich bei einer netten Spukggeschichte für Zwischendurch geblieben, die schnell gelesen und wahrscheinlich genauso schnell wieder vergessen ist.

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at