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München 2120

MUC: Roman - Anna Mocikat

München im Jahr 2120. Die Menschheit wie wir sie kennen ist ausgelöscht. Übrig geblieben sind Rothaarige, weil sie gegen den Virus immun waren, und kaum ein Schatten unserer technischen Errungenschaften, die Pia mit großen Augen entdeckt.

100 Jahre nach dem großen Sterben hat sich Pia auf der Suche nach ihrem Bruder auf nach MUC gemacht und hofft in der einstigen Großstadt nicht nur ihn sondern auch Antworten auf ihre Fragen zu finden. Wie haben die Menschen vor dem Virus gelebt? Warum hat sich ihr Bruder nie bei ihr gemeldet? Und warum hat sie als einziger Mensch schwarze Haare?

Pia unterscheidet sich nicht nur durch ihr schwarzes Haar von vielen anderen, sondern auch durch ihre Wissbegier. Sie will wissen, was einst geschehen ist, warum der Großteil der Menschen gestorben ist und wie diese einst gelebt haben.

So nimmt sie ihre gefährliche Reise nach MUC auf - von dem sie später erfährt, das es eigentlich München heißt - und starrt staunend auf die Überbleibsel einer alten Welt. 

Schon hier hat mich die Autorin für sich gewonnen. Pia geht so offen auf neue - eigentlich alte Dinge - zu, interessiert sich dafür und denkt in ihrer Art über deren Verwendung und die Vergangenheit nach, dass man sich sofort in sie einfühlen kann. Waffen, Autos, Toaster oder das Smartphone, es handelt sich um Gegenstände die Pia nur vom Hörensagen kennt und sich mit einer großen Verwunderung Gedanken macht, wozu wir sie wohl einst benötigt haben.

Neben der Protagonistin hat mich auch das besondere Setting überzeugt. Wenn Bayern zum Schauplatz einer Dystopie wird, war es für mich als geneigter Leser ein Muss, mit Pia gemeinsam diese Welt zu erkunden und es war einfach mal etwas anderes, sich vom alpenländischen Raum auf nach München zu kämpfen.

Natürlich wäre es keine Dystopie, gäbe es kein Regime, das sich über andere stellt und Gegenspieler, die sich in Guerilla-Manier auflehnen. Auch in diesem Punkt hat die Autorin vorzügliche Arbeit geleistet, Einblicke in die Funktionsweise dieser Welt gestattet und trotzdem ausreichend Raum gelassen, um die Neugier auf den nächsten Band anzustacheln.

Einzig, während der ersten Kapitel ist mir der Schreibstil etwas holprig vorgekommen, und am Anfang habe ich mir etwas schwer getan, die Welt aus Pias Augen zu betrachten. Trotzdem konnte mich Anna Mocikat auf eine eindrucksvolle Reise ins München der Zukunft entführen und hat mir eine Welt gezeigt, die hoffentlich nicht nach der unsrigen kommen wird.

Die MUC-Reihe:
Prequel: Robins Reise
1) MUC
2) MUC. Die verborgene Stadt

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at