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Etwas zu viel & trotzdem schön

Der Sommer, in dem es zu schneien begann - Lucy   Clarke, Claudia Franz, Anna Carlsson, Andreas Fröhlich

Die Trauer ist kaum zu ertragen. Gerade noch glücklich und frisch verheiratet, wird Eva ihr Mann vom Meer geraubt. Einfach so, von einem Augenblick auf den anderen, ist sie plötzlich Witwe, dabei ist doch alles so schön gewesen.

Eigentlich hatten sie gemeinsam als Ehepaar eine Reise auf die australische Insel Tasmanien geplant, weil ihr Jackson seine Heimat zeigen und die Familie vorstellen wollte. Eva beschließt nun allein den Schwiegervater und den Schwager kennenzulernen, um dabei mehr über ihn zu erfahren.

Die Erzählung beginnt mit Jacksons Verschwinden. Eigentlich sollte es ein beschauliches Wochenende werden. In aller Frühe drückt Jackson seiner kürzlich Angetrauten im Schlaf einen Kuss auf die Wange und macht sich zum Angeln auf. Als Eva erwacht, möchte sie Jackson am Strand besuchen, doch der wird mittlerweile in der rauhen See von Dutzenden Hilfskräften gesucht.

Der Beginn dieser Geschichte hat mich sehr ergriffen. Evas Verzweiflung ist mir spürbar unter die Haut gekrochen. Ich habe den eisigen Wind und die salzige Luft der britischen Küste gefühlt, als wir mit einem Schlauchboot nach Jackson suchten, stand vor den Scherben ihrer Existenz, als es darum ging, seinen Tod zu akzeptieren und schöpfte etwas Mut, als sie beschloss, zu seiner Familie nach Tasmanien aufzubrechen.

Das australische Tasmanien war ein außergewöhnlicher Schauplatz. Die Liebe zum Tauchen und dem Meer haben Eva und ich gemeinsam entdeckt, aber dann wurden wir mit einem erschütternden Geheimnis konfrontiert, das uns die Schuhe ausgezogen hat.

Und dann konnte mich die Geschichte nicht mehr packen. Die Mischung aus Liebe, Meer und Tasmanien war besonders, doch der Zauber wurde durch einsetzende Langeweile und einem überspannten Bogen gebrochen. Denn wie man es dreht und wendet, hier ist einfach zu viel passiert, es wurde zu viel gelogen und viel zu viel verheimlicht, was mir im Endeffekt zu viel des Guten war.

Die gewählten Perspektiven haben dem Roman zumindest eine Weile Leben und Spannung eingehaucht. Abwechselnd sind es Evas und Jacksons Blickwinkel, aus denen man den Ereignissen auf die Spur kommt, und nicht nur Eva fragt sich, wer Jackson eigentlich wirklich ist.

Obwohl mich Evas Geschichte vom Sommer, in dem es zu schneien begann nicht durchgehend überzeugen konnte, ist es trotzdem schon allein wegen des besonderen Schauplatzes und der Nähe zum Meer ein schönes, lesens- und hörwertes Buch, das mir gerade als Zwischendurchlektüre geeignet erscheint.

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at