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"Stirb, du Sau!"

Dampfnudelblues  - Rita Falk, Christian Tramitz

prangt in großen Lettern an Schuldirektors Hopfls Hauswand. Laut Landpolizist Eberhofer ist das Delikt der polizeilichen Aufnahme nicht wert, wäre die Leiche des Schuldirektors nur nicht wenige Tage später von den Bahngleisen zu kratzen ...


Jetzt stellt sich dem Eberhofer natürlich die Frage, ob es wirklich Selbstmord war, denn nicht nur seines Berufes wegen, erfuhr der Schuldirektor allseits Antipathie.

„Stirb, du Sau!“ - gleich dieser allererste Satz hat mir vor Lachen die Tränen in die Augen getrieben. Man hat sich noch nicht einmal auf das erheiternde Amusement eingestellt, schon lässt es einen nicht mehr los.

Der Eberhofer als Provinz-Gendarm macht seinem Stand in diesem 2. Fall alle Ehre, weil er zeigt, dass sich die Polizei auch im ländlichen Raum nicht an der Nase herumführen lässt.

Diesmal hat allerdings eher Kommissar Zufall als der Eberhofer selbst ermittelt, was mein einziger Kritikpunkt ist, denn die Krimihandlung geht hier etwas unter.

Denn der gute Franz hat mit seiner Familie alle Hände voll zutun. Da ist die schwerhörige Oma, die die gewohnte Verköstigung einstellt, der beatlesliebende Hippievater, der schon mal sein eigenes Kraut anbaut, und ein ganz neues Familienmitglied: Uschi, aufgrund der asiatischen Herkunft liebevoll Sushi genannt, die als Spross vom großen Bruder Leopold, die Beschaulichkeit im Eberhoferischen Eigenheim aus dem Ruder laufen lässt.

Der Eberhofer zeigt sich hier in gewohnter Bodenständigkeit, geht überlegt dem Hopfl-Fall auf den Grund und hat nebenher auch noch ordentlich mit sich selbst zutun, weil er langsam merkt, dass das Leben vielleicht mehr als das althergebrachte private Arrangement mit der Susi bieten könnte.

Die große Stärke dieser Krimireihe ist natürlich die sprachliche Umsetzung im bayrischen Originalton, der mich nicht nur laut auflachen ließ sondern vor Lachen direkt in die Knie gezwungen hat. Daneben mag ich die realistische Darstellung des Dorfalltags, die natürlich etwas zur Übertreibung neigt, aber im Grunde mit der nonchalanten Wahrheit kokettiert: Freunderlwirtschaft und eine unverblümte Art, die vielleicht manchen zurückschrecken lässt, stehen an der Tagesordnung, und immer wieder ist der Eberhofer gefragt, weil er seiner rationalen Art entsprechend weiß, wie man die Menschen in ihrer „bei uns am Land“-Mentalität zu nehmen hat.

Wem nach heiteren Stunden und leichter Unterhaltungskost ist, dabei nicht vor bayrischer Mundart zurückschreckt und auch mal einen unüblichen Krimi verkraften kann, empfehle ich dringend mit dem Franz Eberhofer gemeinsam den Polizeidienst in Niederkaltenkirchen zu verrichten, da man hier sicher auf seine Kosten kommt!

Die Franz-Eberhofer-Reihe:
1) Winterkartoffelknödel 
2) Dampfnudelblues
3) Schweinskopf al dente
4) Grießnockerlaffäre
5) Sauerkrautkoma
6) Zwetschgendatschikomplott
7) Leberkäsjunkie
 
© NiWa
Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at