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Pandemischer Abschluss

Pandemic - Die Seuche - Scott Sigler

Es handelt sich um den Abschlussband der Infected-Trilogie.

Der Orbiter ist besiegt, Detroit ist zerstört und Margaret Montoya ist fertig. Sie ist fertig mit dem Virus, der aus den Befallenen blutrünstige Psychopathen macht, fertig mit der Regierung, die seither versucht die Reste des Orbiters sicherheitshalber zu bergen und fertig mit Forschungen, die einen erneuten Ausbruch der Seuche verhindern sollen.

Aber als Direktor Murray als gebeugter alter Mann vor ihrer Tür steht, kann sie nicht anders und muss noch einmal den Kampf aufnehmen.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir diesmal sehr schwer gefallen. Es beginnt nur wenige Jahre nach der Katastrophe von Detroit, einige Zeit nach dem Absturz des Orbiters, und man ahnt es schon, es bahnt sich ein erneuter Ausbruch des Virus an.

Es dauert nur wenige Tage bis die ganze Welt vor der Auslöschung steht. Verzweifelte Regierungen ringen um das Überleben der Menschheit, man kann keinem trauen und hat es noch dazu mit einer weiteren Mutation des Virus zutun.

Allerdings dauert es seine Zeit, bis die Handlung so richtig Fahrt und die gewohnte Brisanz aufnimmt. 

Typisch amerikanisch, actiongeladen und ohne Rücksicht auf Verluste haben wir es mit einer verzweifelten US-Regierung zutun, ruhmheischenden Wissenschaftern und mittendrin Margaret Montoya, die diesmal eine ganz besondere Rolle einnimmt.

Scott Sigler hat auch im 3. Teil glaubhafte Protagonisten geschaffen. Sie sind keine Superhelden sondern normale Menschen, manchmal hochintelligent, oftmals zäh und ausdauernd, aber im Grunde genommen agieren sie ganz normal, was die geschilderten Situationen umso dramatischer werden lässt. Denn all diese Menschen haben eben auch ihre Fehler und handeln in der Regel überhaupt nicht heldenhaft.

Der Aufbau selbst war diesmal global angelegt. Während man im 1. Teil die Auswirkungen des Virus an dem ehemaligen Footballspieler Perry beobachtet hat, und im 2. Teil den Ausbruch auf nationaler Ebene bekämpfen musste, ist man nun im Abschlussband bei der Bedrohung durch eine Pandemie angelangt.

Sigler geht in seinem Handlungsaufbau im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen. Bösartig, blutig und brutal, lässt er seine Figuren um's nackte Leben kämpfen, was eher nichts für zarte Seelen ist. Egal wie sehr man sich an einen Charakter gewöhnt hat, wie unglaublich manche Reaktion der Figuren scheinen mag, ganz emotionslos peitscht der Autor den Leser durch die Ereignisse und lässt ihn so manches mal mit offenem Mund vor dem aufgeklappten Buch stehen, weil manche Wendungen so unfassbar sind.

Zwar ist der 3. Teil nicht ganz so infektiös wie die beiden Vorgängerbände, dennoch hat Sigler einen würdigen Abschluss der Infected-Trilogie geschaffen, die ich mit großem Vergnügen gelesen habe. Als virenbegeisterter Horrorleser hat mich diese Trilogie vom ersten Band an angesteckt und ich bin sehr auf weitere Werke des Autors gespannt.

Die Infected-Trilogie:
1) Infiziert
2) Virulent
3) Pandemic. Die Seuche

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at