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Walisische Traditionsliebe

Das Leben der Rebecca Jones: Roman - Gregor Runge, Angharad Price

Walisische Traditionsliebe

 
Rebecca Jones wächst Anfang des letzten Jahrhunderts in einem kleinen Ort in Wales auf. Streng in der walisischen Tradition verhaftet bewirtschaftet ihre Familie schon fast 1000 Jahre lang Land und hat darum umso mehr damit zu kämpfen, dass drei von Rebeccas Brüdern mit angeborener Blindheit geschlagen sind.

Es handelt sich tatsächlich um die Lebensgeschichte von Rebecca Jones und gleichzeitig um eine Familiengeschichte, die einen interessanten Einblick in das ländliche Leben in Wales gewährt und nebenher von den erblindeten Brüdern erzählt.

Leider konnte mich dieser Roman nicht wirklich packen. Es ist auf jeden Fall ein sehr besonderes Buch und als Leser erfährt man sehr viel über das althergebrachte Leben in Wales und die Veränderungen durch die Moderne. Außerdem erhält man sagenhafte Einblicke in die wundervolle Landschaft, die ich mit ihren säuselnden Bächen und satten grünen Wiesen richtig vor mir sehe.

Allerdings ist damit auch schon fast alles erzählt. Rebecca Jones berichtet von ihrer Kindheit, ihren Eltern, ihren Geschwistern und natürlich von ihren blinden Brüdern und deren Lebensweg. Sie selbst bleibt jedoch meistens im Hintergrund und man bekommt kaum Einblicke in ihre Beweggründe und so beschreibt sie äußerst gleichförmig die Ereignisse um den 2. Weltkrieg, die Neuerungen der Technik und Moderne, und so manchen Schicksalsschlag, den die Familie erdulden musste.

Mittendrin sind immer wieder Gedichte von Hugh Jones aus dem 18. Jahrhundert eingearbeitet, die sich vor allem mit der walisischen Landschaft und Idylle auseinandersetzen. Leider kann ich persönlich Gedichten und Poesie nicht viel abgewinnen, daher waren sie zwar nett zu lesen, konnten mich im Endeffekt aber weder berühren noch haben sie - meiner Ansicht nach - den Inhalt der Erzählung unterstrichen.

Ich denke, dass dieses Buch eher für Leser geeignet ist, die einen Bezug zu Wales oder ein starkes Interesse daran haben. So war es für mich eher die Chronologie einer Familie im Spiegel der Veränderungen durch die Zeit, die mich durch den monotonen Erzählstil nicht für sich gewinnen konnte.

An dieser Stelle muss ich auch noch erwähnen, dass es sich um die tatsächliche Familiengeschichte der Autorin handelt, die ich auf jeden Fall würdige, aber in dieser Art nicht auf mein Interesse stößt. 

Das Ende wird im Klappentext als erstaunlich und spektakulär bezeichnet, dem ich nicht wirklich zustimmen kann. Es ist zwar eine unerwartete Wendung, aber vielleicht fehlt mir einfach das Feingefühl, um es als eindrucksvoll empfinden zu können.

Die Beschreibungen von Wales haben mir gut gefallen, teilweise war es interessant von den hiesigen Traditionen zu erfahren, doch letztendlich denke ich, dass dieses Buch eher für Poesie- und Wales-Liebhaber als für Freunde des historischen Romans geeignet ist.
 
© NiWa

 

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at