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Nette Geistergeschichte für junge Leserinnen

Einfach zauberhaft: Die verfluchten Geister - Lucy Moregan

Großstadtkind Lily muss mit ihrer Mutter nach Schottland ziehen. Nicht nur, dass sie ohnehin schon von der Scheidung der Eltern verstört ist, auch das Dorfleben ist für sie nach ihrem Leben in London ungewohnt. Die beschauliche Idylle des Dorfes trügt, denn Lily plagen dunkle Träume und mysteriöse Erscheinungen, die sie langsam zum Verzweifeln bringen.

Lily hat es nicht leicht. Ihre Mutter arbeitet ständig, die neue Schule ist eine Herausforderung und auch diese Erscheinungen machen ihr Angst. Zum Glück findet sie rasch Anschluss und neue Freundinnen, die mit ihr gemeinsam dem geisterhaften Unwesen im Dorf auf den Grund gehen.

Der Einstieg in die Geschichte war gut. Zuerst steht Lily der erste Schultag bevor und ich konnte mich beim Lesen richtig in diese Situation versetzen, die ich allein schon den Gedanken daran als sehr unangenehm empfunden habe.

Aber dann waren es gut 120 Seiten bis der Lesefluss wieder an Fahrt aufgenommen hat, weil ich mir mit dem Erzählstil schwer getan habe. Teilweise habe ich in diesem Abschnitt den Schreibstil als eine Aneinanderreihung von Ereignissen empfunden, die sich gezogen haben und mir als chronologische Monotonie in Erinnerung geblieben sind. Es kommt „dann“ und „später“ zu Gesichtsmasken und Ballbesuchen, zu Einkaufsbummel und eher belanglosen Unterredungen, die mich nur in den wenigsten Momenten die Atmosphäre des schottischen Landlebens mit seinen Gruselelementen spüren lassen haben.

Nachdem diese Passage geschafft war, geht es nicht nur schaurig sondern auch spannend weiter. Hier verstrickt die Autorin Vergangenheit und Gegenwart, lässt den Leser in längst vergangene Epochen entschwinden und bringt ihn zu den Ereignissen im jetzigen Schottland zurück, wo sich Lily und ihre Freunde hiesigen Spukgestalten stellen müssen.

Infolge entstehen Szenen, die mich emotional berühren konnten. Einerseits, weil sie mich und Lilys Mutter in absolute Schauervorstellungen versetzt haben, andrerseits, weil mir Lily gerade im Umgang mit ihrem Vater und der Lebenssituation aufgrund der Scheidung sehr leid getan hat, und man sich richtig in das junge Mädchen einfühlen kann.

Ich denke, dass sich diese Geistergeschichte vor allem an eine junge Leserschaft - in erster Linie Mädchen - richtet, da ich mir gut vorstellen kann, dass sie sich besonders gut mit Protagonistin Lily identifizieren können, gemeinsame Probleme sowie Erfahrungen entdecken und damit große Lust an der Geschichte haben.

Meiner Meinung nach war es eine nette Geistergeschichte mit allen Elementen, die für Schottland so typisch sind: alte Schlösser, Geister, Friedhöfe und ein Mädchen, das sich einer geheimnisvollen Vergangenheit stellt. 

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at