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NiWa

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Patchwork-Family-Urlaubs-Geplänkel

Helenas Geheimnis: Roman - Lucinda Riley, Ursula Wulfekamp

Helena richtet sich in Zypern im Haus ihres verstorbenen Patenonkels ein. Seit ihrer Jugend ist sie nicht mehr hier gewissen und trotz der Vorfreude darauf, mit ihrer Familie einen traumhaften Zypernurlaub zu verbringen, wird ihr unbehaglich, wenn sie an ihr großes Geheimnis denkt.

Der Anfang der Geschichte hat mich richtig begeistert. Helena reist mit Sohn Alex und Töchterchen Immy in das alte Haus auf Zypern, um es für die restlichen Urlauber vorzubereiten. In den nächsten Tagen erwartet sie ihre Familie und Freunde, und dabei lässt sie sich auf die eine oder andere Erinnerung - wie zum Beispiel an ihre Jugendliebe Alexis - aus längst vergangenen Tagen ein.

Nach und nach trudeln die Gäste ein, die mir allesamt als starke Charaktere aufgefallen sind. Trotzdem konnte mich die Handlung überhaupt nicht packen und die Geschichte hat mir gleich gar nicht gefallen.

Seitenweise hat man es mit Urlaubsgeplänkel im Patchwork-Family-Stil zutun. Es gibt Eifersüchteleien, unüberstehbare Ehekrisen, alte und neue Geliebte, Stief- und Adoptivkinder, die sich nach Auskunft über ihre Herkunft sehnen, und es wird viel griechisches Essen und Salat zubereitet, mit den Kindern an den Strand gegangen und am Abend bei einem Glas Wein der Urlaubsfrust runtergespült.

Über all dem hängt Helenas Geheimnis, das mich lange darauf hoffen gelassen hat, dass die Autorin doch noch die Kurve kriegt und der Handlung endlich Schwung und Spannung gibt.
Aber Helenas Geheimnis - so dramatisch es auch eingewickelt ist - entpuppt sich als ein unglaubwürdiges und unnachvollziehbares Ereignis in Helenas Vergangenheit, was ich mir beim besten Willen nicht in dieser Form als lebensüberschattendes Geheimnis andrehen lassen kann. Denn einerseits kann ich es nicht verstehen, wie so etwas überhaupt passiert, und andrerseits ist es mir einfach zu blöd, zu glauben, dass man sich auf diese Weise ernsthaft auf eine Ehe einlassen kann.

Am Ende wartet die Autorin noch einmal mit reichlich Dramatik auf, die ich leider nur als hilflosen Versöhnungsversuch mit dem Leser deuten kann, um ihn zu guter Letzt doch noch wohlgesonnen zurückzulassen. Diese Dramatik hat zumindest mir den Rest gegeben, im letzten Abschnitt meine Enttäuschung weiter verstärkt und mich jeder Illusion von Lesevergnügen beraubt. 

Eine Botschaft, die ich herausgelesen habe, konnte mich trotz meiner Enttäuschung doch ansatzweise erreichen und lies zumindest am Rande dieses eigene "Riley-Feeling" zu. Die Autorin zeigt, dass jede Generation seine Fehler selbst machen muss. Damit schafft sie nicht nur den perfekten Rahmen für die ausgelassene Jugend, die ohnehin nie auf die Alten hören will, sondern zeigt auch, dass diese Alten ebenfalls einmal jung waren und seither vielleicht das eine oder andere Geheimnis aus der Jugend die Gegenwart überschattet kann.

Es ist mir schwer gefallen, dieses Buch zu bewerten, weil ich die Autorin sehr gern mag. Ich liebe es, in ihre Familiengeschichten zu versinken und dabei generationenübergreifende Geheimnisse zu enthüllen. Allerdings ist dieser Roman meiner Ansicht nach eher für eiserne Fans der Autorin oder maximal als leichte Urlaubslektüre für den Strandurlaub geeignet und reicht beim besten Willen nicht an vorherige Bücher ran.

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at