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Kampf gegen das Regime

Red Rising (Red-Rising-Trilogie, Band 1) - Pierce Brown, Martin Bross, Bernhard Kempen

Am Mars. Irgendwann in der Zukunft. Darrow ist ein Roter und schuftet in unterirdischen Minen dafür, das Leben an der Marsoberfläche zu ermöglichen. Doch dann muss er erkennen, dass der rote Planet längst besiedelt ist und sein Volk wie Sklaven gehalten wird. Er beschließt den Kampf gegen das Regime und schleust sich in eine Elite-Schule ein.

Pierce Brown hat mit Red Rising einen gigantischen Weltenentwurf geschaffen, den ich nur schwer in Worte fassen kann. 

Darrows Geschichte beginnt am Mars und als Leser erfährt man, wie das Leben als Roter ist. Es ist schmutzig, roh und lebensgefährlich, doch diese Roten nehmen das gern hin, weil sie einen höheren Sinn darin sehen, eines Tages richtiges Leben am Mars zu ermöglichen.

Doch Darrow erfährt, dass sein Volk - die Roten - einer Lüge dient, denn in Wahrheit wurde der Mars längst erschlossen und die anderen Farben - vor allem die Goldenen - halten das Zepter in der Hand.

In ihren Grundzügen ist es eine typische Dystopie, die mit klischeehaften Elementen arbeitet. Die Unterdrückung der einen, die Macht der anderen, und ein Protagonist, der dagegen aufbegehrt.

Allerdings hat der Autor eine faszinierende Mischung unterschiedlichster Elemente geschaffen, dass man hier kaum vom Typischen reden kann. Das Machtstreben des Römischen Reichs, die Gelehrsamkeit der griechischen Antike, die Stärke der Spartaner und die Sehnsucht nach der Erforschung des Alls nehmen gleichermaßen Raum ein und werden zu einem formvollendeten Handlungsrahmen gespannt, dem ich beim Hören sprachlos gegenüberstand.

Die Handlung an sich empfand ich an Suzanne Collins „Tribute von Panem“ angelehnt, weil mich Darrows Schulzeit an die Hungerspiele erinnert hat. Jedoch sind es nicht nur brutale Revierkämpfe, denen der Protagonist ausgesetzt ist, sondern ein ausgeklügeltes Zusammenspiel aus Strategie, Politik und Intrigen, das kaum zu durchschauen ist. Hier hebt sich der Autor durchaus von ähnlich aufgebauten Werken ab und hat damit meiner Meinung nach eine sehr versierte Version des Bekannten geschaffen.

Diese Ausbildungszeit, aus der die Elite der künftigen Generation hervorgehen soll, hat sich mir persönlich etwas zu sehr in die Länge gezogen. Gleichzeitig vermute ich aber, dass viele Ereignisse davon für weitere Entwicklungen in den folgenden Bänden unverzichtbar sind.

Ich habe Red Rising als Hörbuch gehört und hatte den Eindruck, dass der Sprecher eher monoton vorgetragen hat. Gerade bei den bereits erwähnten Längen, wäre ich über eine lebhaftere Schilderung erfreut gewesen.

Nichtsdestotrotz wartet Pierce Browns „Red Rising“ mit einem kolossalen Weltenentwurf auf, speist das vertraute dystopische Setting mit einem wohl überlegten Handlungsrahmen, und war für mich ein sehr faszinierendes Hörerlebnis, dem bestimmt die weiteren Teile der Trilogie folgen werden.

Die Red-Rising-Trilogie:
1) Red Rising
2) Red Rising. Im Haus der Feinde
3) Red Rising. Tag der Entscheidung

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at