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Teslapunk in Paris

Phoenix - Erbe des Feuers - Ann-Kathrin Karschnick, Timo Kümmel

Es handelt sich um den 2. Band der Phoenix-Trilogie.

Tavi und Leon sind auf der Flucht. Die Ereignisse in Hamburg lassen sie vor den Saiwalo fliehen und Leon ahnt nicht, warum Tavi ausgerechnet Paris als Reiseziel wählt.

In Paris treiben aber nicht die Saiwalo sondern die Seelenlosen ihr Unwesen. Es ist ein abscheulicher Krieg zwischen Menschen und Seelenlosen entbrannt, während mittendrin eine Mordserie beginnt, die Tavi unbedingt aufklären will.

Im Gegensatz zum 1. Teil nimmt dieser Band typischere dystopische Züge an. In Paris ist ein richtiger Krieg entflammt, in dem die Seelenlosen gegen die Herrschaft der Saiwalo aufbegehren, allerdings gegen die Menschen kämpfen, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen.

Das Interesse von Tavi und Leon liegt eher an der Mordserie. Wer steckt dahinter und was hat sie mit der Herrschaft der Saiwalo zutun?

Die erste Hälfte des Buches war nicht ganz nach meinem Geschmack. Hier treten die Fantasyelemente um die „Seelenlosen“ in den Vordergrund. Denn die Seelenlosen sind fantastische Wesen, die wir aus Märchen und Mythen kennen und die von der Autorin auf faszinierende Weise in diesen Genre-Mix eingewoben sind. Es gibt natürlich Phoenixe und Cupidos, Hexen und Zauberer, aber auch Dämonen aller Art, die sich in Paris zu einer Armee zusammengeschlossen haben.

Zwar bietet die Autorin einen interessanten Einblick in diese Wesenschaft, stellt mir persönlich allerdings die verschiedenen Auren zu sehr in den Vordergrund, was mit der Zeit das Interesse bremst. Es gibt Auren in sämtlichen Farben und Schattierungen, die immer wieder thematisiert und sehr genau beschrieben werden. Während Leon ständig damit beschäftigt ist, diverse Auren zu entschlüsseln, ist es Tavi, die ihre Aura immerzu unterdrückt. Die Auren sind überall und was zu Beginn noch ein farbenprächtiges Detail war, ist mit der Zeit zu einer matten Wiederholung verkommen.

Weniger gefallen hat mir außerdem Leons Entwicklung. Hatte ich es im 1. Teil noch mit einem „gestandenen“ Mann zutun, hat er sich in seiner Existenz als Cupido fast schon ins Gegenteil verkehrt. Es wird gedrückt, gefühlt, gespürt und als Cupido hat er es oft mit einem Gefühlschaos zutun, dem er erst einmal Herr werden muss.

Aber nach der Hälfte hatte mich die Autorin endlich wieder an der Hand. Denn plötzlich nahm die Handlung an Schwung auf, es kam zu unvorhergesehenen Wendungen und wirklich gemeinen Entwicklungen, die mich durch die Seiten getrieben haben. Ich war fassungslos, habe mich gefreut und konnte nicht glauben, was sich hier abgespielt hat. 

Außerdem geht man dem Experiment von 1913 auf den Grund, was zwar noch nicht vollständig gelüftet ist, dennoch auf weitere Erkenntnisse im Abschlussband hoffen lässt.

Mit dem 2. Teil der Phoenix-Trilogie schickt Ann-Kathrin Karschnick den Leser nach Paris - die Stadt der Liebe und Gefühle - und genauso emotional wird die erste Hälfte des Romans beschrieben. Danach stürmt man durch spannende Wendungen einem Showdown entgegen, der einen vor ganz und gar neue Erkenntnisse stellt und damit die Neugier auf den Abschlussband weckt.

 

 

Die Phoenix-Trilogie:
1) Phoenix. Tochter der Asche [Rezension lesen]
2) Phoenix. Erbe des Feuers
3) Phoenix. Kinder der Glut

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at