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Der Dunkle Turm III: Tot

tot. (Der dunkle Turm, #3) - Stephen King, Joachim Körber

Es handelt sich um Band 3 von Stephen Kings Der-Dunkle-Turm-Reihe.

Nachdem Eddie und Susannah in Rolands sterbender Welt verblieben sind, driftet der Revolvermann in den Wahnsinn ab. Doch plötzlich taucht ein Schlüssel auf, der vielleicht den Weg zum dunklen Turm freigibt oder vielleicht dem Tod die Türen öffnet …

Vorneweg muss ich gleich sagen, dass man sich von meiner 3-Sterne-Bewertung keinesfalls abschrecken lassen darf. Denn dieser 3. Teil der Dunklen-Turm-Reihe ist großartig, wenn es auch seine Zeit dauert, bis er Form annimmt.

Das Buch und auch mein Empfinden sind in zwei Teile geteilt. Zuerst durchlebt man mit Roland, Eddie und Suzannah das sterbende Land, quält sich mit ihnen Schritt für Schritt weiter und hofft, dass sich ein Weg zum dunklen Turm finden wird.

Dieser Abschnitt erinnert stark an „Schwarz“, den 1. Band der Reihe, denn es ist verworren sowie verwirrend und ich habe mich auf eine spezielle Art einsam gefühlt, weil es mir einfach an Durchblick gemangelt hat. Als Leser fühlte ich mich einer zähen Orientierungslosigkeit ausgesetzt, die sich wie schwarzer Schleim langsam über die Seiten zieht. Es war langweilig, ermüdend und durch den übermäßig skurrilen Charakter sehr schwierig die Konzentration aufrecht zu erhalten.

„ … aber ihr werdet es sicher dennoch durch und durch bezaubernd finden, wenn ihr euer Denken auf seinen ganz speziellen Charme einstellt.“ (S. 151)

Und plötzlich beginnt der 2. Teil des Buchs, der aus Kings gewohnt grandioser Feder stammt und mich nicht mehr losgelassen hat.

Endlich ist nämlich - neben dem dunklen Turm - ein Ziel in Sicht. Es gibt eine Handlung, die spannend zu verfolgen ist und Figuren, die einen diese Welt näher bringen und auf einmal hatte ich das Gefühl, endlich in dieser Welt angekommen zu sein.

Gemeinsam mit dem bereits bekannten Trio erforscht man Mittwelt - Rolands Welt, die im Sterben liegt. Man entdeckt einen Weg, der sich zum dunklen Turm schlängelt und erhält eine Ahnung, was diese Welt überhaupt erst getötet hat. Gleichzeitig ergeben sich interessante Verbindungen zu unserer Realität und ich glaube, dass ich spätestens jetzt mein Denken auf eben diesen ganz speziellen Charme eingestellt habe, weil ich unbedingt mehr davon lesen will!

Nicht nur die Welt, sondern auch die Figuren nehmen schärfere Züge an. Man lernt sie kennen und merkt, dass jede einzelne von ihnen unverzichtbar ist, weil sie durch Ka verbunden sind. Außerdem habe ich mein Herz an einen Billy-Bumbler namens Oy verloren und was das überhaupt ist, muss man beim Lesen schon selbst in Erfahrung bringen.

Das abschließende Drittel ist von Cliffhangern geprägt, die einen fast zu Tode hetzen, noch mehr Rätsel aufgeben und zu guter Letzt mit großer Lust auf den vierten Band der Reihe zurücklassen. 

Abschließend kann ich es nicht besser sagen, als es ohnehin in der Geschichte selbst geschrieben steht:

Ein guter Roman ist häufig wie eine Reihe von Rätseln innerhalb von Rätseln, und dies ist ein sehr guter Roman … “  (S. 149)

Wer bereits die ersten beiden Teile von Stephen Kings Fantasy-Reihe hinter sich hat, sollte sich unbedingt auch auf den 3. Band einlassen. Ja, es ist zäh. Ja, es ist ermüdend. Und ja, es ist grandios und erfüllt einen mit Begeisterung!



Der-Dunkle-Turm-Reihe:
1) Schwarz [Rezension lesen]
3) Tot
4) Glas
5) Wolfsmond
6) Susannah
7) Der Turm
8) Wind
Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at