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Der Fang seines Lebens

Der alte Mann und das Meer - Ernest Hemingway

Der alte Fischer Santiago hat schon tagelang kein Glück. Lange Zeit hinweg ist ihm kein Fisch ins Netz gegangen. Trotzdem ist er optimistisch und ahnt nicht, dass ihm der Fang seines Lebens bevorsteht.

Es ist schwierig hierzu eine Rezension zu schreiben, ohne nicht zu viel von der Geschichte zu verraten.

Diese Novelle thematisiert meiner Meinung nach das Alter, das Leben und die Kraft, die in beiden steckt. Es geht außerdem um das Meer und die Liebe dazu.

Der alte Fischer Santiago hat schon lange Zeit kein Glück mehr gehabt. Er ist ein Mensch, der sich nicht mehr für viel interessiert. Er lebt in seiner bescheidenen Hütte auf Kuba, schläft auf Zeitungspapier und wartet ab, was ihm das Leben noch beschert.

Die Geschichte wird aus der auktorialen Perspektive erzählt, die uns immer wieder an Santiagos Gedanken teilhaben lässt. Großteils befindet man sich mit Santiago mitten am Meer und kann nicht anders, als das Durchhaltevermögen des alten Mannes zu bewundern. Er nimmt die Dinge wie sie kommen, ohne sich zu beklagen, und hängt dabei seinen Gedanken nach.

Ich muss schon zugeben, dass mich die Handlung an sich nicht beeindruckt hat, weil eigentlich nicht viel passiert. Trotzdem vermittelt Hemingway ein eindrucksvolles Gefühl für die Situation. Man spürt das Meer, wie es einen sanft im Boot schaukelt, schmeckt das Salz, leckt es von den Lippen, und bekommt eine Ahnung von der Kraft, dem Leben und der Natur, die in Santiago und seinem kleinen Boot stecken.

Ich habe die Erzählung weder als spannend, noch poetisch oder informativ empfunden. Trotzdem hat sie bleibenden Eindruck auf mich gemacht, den ich nur schwer in Worte fassen kann. Einerseits erinnert sie an eine Anekdote, die man Freunden und Bekannten nach einer Urlaubsreise erzählt, andrerseits beinhaltet sie so viel Bescheidenheit und Demut, dass man darüber nur staunen und nachdenken kann.

Ich glaube, „Der alte Mann und das Meer“ gehört zu jenen Geschichten, von denen man nicht richtig weiß, was sie einen sagen wollen, und einen deshalb zum Grübeln bringen. 

Die Erzählung erinnert mich an das Meer. Sie ist voller Leben und Schaffensdrang. Sie schaukelt einen in den Schlaf und dann peitscht sie einen auf. Sie ist voll unglaublicher Tiefe, aber auch seichter Stellen. Manchmal kann man bis zum Grund blicken, aber meistens verliert man sich in seiner dunklen Unendlichkeit.

Alles in allem ist mir aber egal, was Hemingway damit sagen wollte, denn mir hat Santiagos Geschichte gut gefallen, auch wenn sie für mich undurchschaubar ist. 

Wer sich für Hemingways Novelle interessiert, dem kann ich also nur empfehlen, sich gemeinsam mit Santiago auf den Fang seines Lebens einzulassen.

 

© NiWa