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Gruselig, spannend und ein atemberaubendes Setting

Nebelmord: Island-Thriller - Yrsa Sigurdardóttir, Tina Flecken

Auf einer winzigen isländischen Insel im Atlantik soll eine Gruppe Menschen den Leuchtturm warten. Am nächsten Tag ist einer von ihnen verschwunden. 
Zur gleichen Zeit hat sich auch in Reykjaviík eine Familie in Luft aufgelöst ...

Yrsa Sigurdardóttir gilt als Islands Nummer 1 und nachdem ich dieses Buch von ihr gelesen habe, muss ich dem einfach zustimmen.

In ihrem Thriller „Nebelmord“ fließt wieder das besondere isländische Setting ein. Vier Personen werden per Hubschrauber auf eine winzige Insel gebracht, weil sie den Leuchtturm darauf warten sollen. Ohne dieses Buch gelesen zu haben, kann man sich nicht vorstellen, wie klein dieses Stück Fels im Atlantik wirklich ist. Aber beim Lesen spürt man den Nebel und den Wind, hört die erbarmungslosen Wellen und die Gischt, wie sie gegen die Klippen schlägt. Auf dieser Schäre kann man sich zu viert kaum bewegen, ohne auf den anderen zu treten und nach einer ungemütlichen, von Unwettern geplagten, Nacht, ist auf einmal einer verschwunden! 

In einem zweiten Erzählstrang ist man bei einer isländischen Familie zu Gast, die nach ihrem wohlverdienten Urlaub sonnengebräunt ins kalte Island zurückkehrt. Doch diese Familie wird von ihrer Rückkehr an von merkwürdigen Ereignissen und bedrohlichen Nachrichten gequält, die sie nach und nach nicht nur an ihrem Verstand zweifeln lassen, sondern ihnen auch gehörige Angst einjagen.

Außerdem begleitet man auch eine junge Polizistin. Ihr Mann hat sich vor Kurzem in der Garage erhängt.

Ich bin in alle Erzählstränge gleichermaßen versunken und könnte nicht sagen, welcher davon fesselnder war. Auf dem Eiland mitten im Meer hat schon allein das bedrohliche Ambiente für Spannung gesorgt. Gleichzeitig mochte ich es sehr, in die Normalität einer Reykjaviíker Familie einzutauchen, die sich langsam zu mysteriöser Spannung hochgeschaukelt hat. Aber es war genauso fesselnd, mit der Polizistin Nína den Weg aus der Trauer zu finden und der drückenden Stimmung ihrer Wohnung zu entfliehen.

Egal ob nun Helgi auf der Leuchtturminsel, Noí mit seiner Famile in Reykjaviík oder Nína beim Versuch ihr Leben in den Griff zu bekommen, alle Figuren sind von einer unheimlich Authentizität geprägt, die mich richtig beeindruckt hat.

Die Handlung selbst war typisch für die Autorin. Wenn man schon Bücher von ihr gelesen hat, bekommt man relativ schnell eine Ahnung, wie die Perspektiven zusammenhängen. Trotzdem hat das der Spannung keinen Abbruch getan, sondern weiter die Stimmung angeheizt, weil man sich dennoch vieles nicht erklären kann. 

Das Ende war trotzdem überraschend und hat mich fast umgehauen. Yrsa Sigurdardóttir lässt die Geschichte plausibel und rund zu Ende gehen und setzt dem Ganzen jedes Mal eine weitere Krone auf, die mich auch diesmal verblüfft zurückgelassen hat.

„Nebelmord“ ist gruselig, spannend und zieht einen in ein atemberaubendes Setting mit einer gespenstischen Atmosphäre rein. Für Leser, die eine düstere Schauerstimmung mögen und sich in der zerklüfteten Landschaft Islands gruseln wollen, ist auch dieses Buch der Autorin absolut empfehlenswert!

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at