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Sara, die kleine Prinzessin

Sara, die kleine Prinzessin: Neuübersetzung (neue deutsche Rechtschreibung) (Anaconda Kinderbuchklassiker) - Frances Hodgson Burnett, Felix Mayer

Sara kommt aus dem fernen Indien und lebt wie eine richtige Prinzessin im Londoner Mädcheninternat. Ihr Vater ist reich und denkt nur daran, sein kleines Fräulein zu verwöhnen. Doch das Blatt wendet sich als Saras Vater in die falschen Geschäfte investiert und völlig verarmt in Indien stirbt.

Frances H. Burnetts Kinderroman „Sara, die kleine Prinzessin“ ist ein Buch über Freundschaft, die Kraft, an das Gute zu glauben und dem Zufall, dem man so oft im Leben ausgesetzt ist.

Die Autorin zeichnet mit Sara ein entzückendes Kind. Zwar ist sie materiell von allen Seiten verwöhnt, trotzdem denkt sie nicht einmal daran, hochnäsig oder gar arrogant zu sein. Sie ist immer nett und höflich, auch zu Menschen, die sie gar nicht mag, weil sie sich denkt, dass diese gar nichts dafür können.

Genauso unvoreingenommen nimmt sie sich anderer Menschen und Lebewesen an. Egal, ob es das pummelige Mädchen ist, das den Lernstoff nicht behalten kann, die Küchenmagd, der der Hunger aus den Augen kommt, oder die abstoßende Ratte, die ihren behaarten Nachwuchs ernähren muss, für alles und jeden hat Sara ein aufmunterndes Wort übrig und spendet mit ihren liebevollen Art Trost und Erheiterung.

Besonders gut hat mir gefallen, dass Burnett bzw. die Protagonistin Sara auf die Rolle des Zufalls im Leben eingeht. Wie oft man im Leben Glück gehabt hat, um in Komfort und Wohlstand zu leben, weiß niemand von uns. Sara denkt sich öfter, dass es nur Zufall war, dass sie als die Tochter eines reichen Vaters geboren ist und nicht wie ihre Freundin Becky, undankbaren Dienst in der Küche schieben muss. So kommt es auch, dass sie sich auf keinen Fall für etwas Besseres hält und anderen Menschen deren Würde zugesteht.

Die Handlung selbst erinnert mich an Cinderella. Zwar gibt es keine böse Stiefmutter und garstige Stiefschwestern, aber diese Rollen werden von der Internatsleiterin und gemeinen Mitschülerinnen besetzt. Das Schicksal beutelt Sara ordentlich durch, doch anstatt in verzweifelte Stagnation zu verfallen, bemüht sie sich weiterhin, ihr positives Wesen zu bewahren, worin sie ihre größte Stütze für die schweren Zeit sieht.

Gleichermaßen märchenhaft sind aber auch die Geschichten, die sich Sara ausdenkt, womit sie die schlimmen Tage überstehen kann. Außerdem ist es bezaubernd, wie viel sie für andere Menschen übrig hat, und sich dank ihres positiven Wesens Hoffnung und Würde bewahrt.

Mich hat Saras Geschichte sehr berührt und manchmal fast zu Tränen gerührt. Es war unglaublich zu lesen, wie gemein man zu einem kleinen Kind sein kann, wie wenig man zu helfen versucht und wie tapfer dieses Kind die Situation ertragen hat.

Ich glaube, dieses Buch kann dazu beitragen, sich wieder bewusst in andere Menschen einzufühlen und allen Wesen auf dieser Welt mit angebrachtem Respekt zu begegnen. Deshalb ist „Sara, die kleine Prinzessin“, meiner Meinung nach, ein empfehlenswerter Kinderklassiker für junge und alte Leser in allen Lebenslagen.

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at