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Wie das Ende seinen Anfang nimmt

Level - Hugh Howey

Es handelt sich um den 2. Teil von Hugh Howeys Silo-Trilogie.

Die Menschheit hat sich ins Abseits katapultiert. Leben auf der Erdoberfläche ist unmöglich und nur wenige Menschen haben überlebt. Sie leben in einem Silo unter der Erde, wo der Alltag einem strengen Regiment unterworfen ist.

Obwohl es sich bei „Level“ um die Fortsetzung von „Silo“ handelt, ist die Handlung vor der ersten Geschichte angesiedelt und schließt trotzdem nahtlos an die Ereignisse aus dem 1. Band an. Was sich hier bestimmt verwirrend liest, ist genial eingefädelt und hat mich wieder in Staunen versetzt.

Man erfährt, wie es überhaupt dazu kam, dass sich die Menschheit unter der Erde verkroch. Egal, welche Spekulationen ich bisher angestellt hatte, damit hatte ich in diesem Ausmaß wirklich nicht gerechnet. Hugh Howey hat ein abgedrehtes Szenario entworfen, das man sich vielleicht sogar in der Realität vorstellen kann, wenn es eventuell auch einen Hauch zu abgedreht ist. 

Aber es ist nicht so, dass man den Ursprung des Silos auf dem Silbertablett präsentiert bekommt, sondern man arbeitet sich langsam zu den Hintergründen vor. Nach und nach erfährt man die Mechanismen und Vorstellungen dahinter, bis man zu begreifen beginnt. Mit einem guten Schuss Science Fiction versehen, lässt man sich mit dem Protagonisten Donald Keene auf die Entwicklung dieses Endzeitszenario ein, von dem ich mich kaum lösen konnte, weil es so faszinierend war.

Der Erzählstil ist - wie auch schon im 1. Band - meinem Empfinden nach nüchtern gehalten, was diesem Roman in seiner Gesamtheit eine besondere Note gibt. Ich finde es interessant, wenn ich als Leser auch mal etwas Abstand wahren kann und nicht gleich von jedem unwichtigen Detail der Protagonisten erschlagen werde. Zwar besteht die Gefahr der Oberflächlichkeit, aber ich denke, dass hier allzu tiefsinnige Figuren gar nicht nötig sind, um einen in dieses ungeheuerliche Szenario reinzuziehen.

Es werden auch politische Themen einbezogen, diese sind aber so ausgearbeitet, dass sie sich gut in den Spannungsbogen der Handlung einfügen und nicht Überhand nehmen. 

Der Handlungsverlauf wird ebenso interessant erzählt. Zu Beginn ist man im Jahr 2049 und überspringt immer wieder ein paar Jahre - manchmal sogar im dreistelligen Bereich - bis man in der Gegenwart des 1. Bandes angelangt und mit Hochspannung die Ereignisse verfolgt. Abwechslungsreich wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, die am Ende zu einem Gesamtbild zusammenfließen, das mich schaudern lassen hat.

Zwar hatte ich den Eindruck, dass die Handlung etwas ruhiger als im 1. Band gestaltet ist, aber den Leser trotzdem staunen lässt.

Jedenfalls hat mir „Level“ sehr gut gefallen und ich bin gespannt, wie es schließlich im Abschlussband enden wird.

 

 

Die Silo-Trilogie:
1) Silo [Rezension lesen]
2) Level
3) Exit

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at