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Das Porzellanmädchen: Psychothriller
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Wenn aus Freundschaft Feindschaft wird

Zwietracht - Mörderische Freundschaft - Tanja Hanika

Die Freundinnen Lina und Millie brauchen eine Auszeit vom Alltag, um mit ihren beruflichen Projekten endlich voranzukommen. Lina ist Schriftstellerin, die sich mit einer Schreibblockade quält, und Millie setzt die nötigen Schritte, um den Sprung von der Hobby-Fotografin zum Profi zu schaffen. Daher mieten sie sich in eine abgelegene Waldhütte ein, die es aber nicht gut mit ihnen meint.

Obwohl sich die Freundinnen gemeinsam in der urigen Hütte im Wald einquartieren, ist von Vornherein klar, dass jede für sich an ihren Projekten arbeitet. Lina versucht die Schreibblockade hinter sich zu lassen, während sich Millie fotografierend im Wald herum treibt. 

Dementsprechend sind die Perspektiven gewählt. Zuerst bekommt man von Lina die Ereignisse aus erster Hand geschildert, dann ist es Millie, die von ihren merkwürdigen Beobachtungen berichtet. 

Denn eines kann ich schon verraten, richtig wohl fühlen sich die beiden jungen Frauen nicht.

Das Setting ist horrorfilmreif und jedem Gruselromanliebhaber winkt schon dadurch allein ein wohliger Schauer entgegen. Diese abgelegene Hütte im Wald, die den Freundinnen relativ gemütlich, aber doch auch etwas seltsam vorkommt, hat es mir von Anfang an angetan. Und dann gibt es darin eine mysteriöse Tür, die sich beim besten Willen nicht öffnen lässt.

Die Figuren zogen mich sofort in ihren Bann und es hat mir gefallen, sie bei der Verwirklichung ihrer beruflichen Vorhaben zu begleiten. Während Lina in der Hütte sitzt und versucht, einen Bestseller zu Papier zu bringen, streift Millie im Wald umher, und bekommt unvermutete Motive vor die Linse. 

Sehr mysteriös ist der Umgang der Freundinnen miteinander, denn so recht kann man nicht einordnen, was zwischen ihnen abläuft. Ist die Freundschaft gar nicht so eng, wie man zu Beginn vermutet hat?

Mir persönlich hat es - trotz des perfekten Schauplatzes - an Atmosphäre gefehlt. Schöne Gruselschmankerl inklusive, wollte es mich nicht so richtig packen und ich habe entsprechende Stimmung und Dichte vermisst. Dabei fand ich die Grundgeschichte auf jeden Fall gut, allerdings hätte sie meiner Ansicht nach viel mehr Tiefe vertragen können. So werden die Ereignisse in der Hütte relativ rasch abgehandelt und am Ende wird man noch mit einem guten Schluss überrascht. Aber durch die Kürze hat sich die Geschichte meiner Meinung selbst um ihren Wow-Effekt betrogen.

Ich muss aber unbedingt anmerken, dass ich eben viel im Horrorbereich lese und vielleicht deshalb nicht so leicht zu erschüttern bin. 

Obwohl Horrorroman draufsteht, würde ich es eher Gruselgeschichte nennen, die für einen lauschigen Herbstabend bei Kerzenschein sicher gut zu lesen und am Halloween-Abend wahrscheinlich auch zum Gruseln ist.

 

© NiWa

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at