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Dystopischer Cinderella-Charme

Selection - Kiera Cass

Prinz Maxon, Thronfolger von Illeá, ist auf Brautschau. Aber dazu sieht sich der Prinz nicht einfach nach einem netten Mädchen um, sondern es wird die Reality-Show einer gesamten Generation ausgestrahlt: Selection - ein Prinz, 35 schöne, junge Frauen, und nur eine kann sein Herz erobern. Wird es America Singer sein?

Kiera Cass hat sich mit „Selection“ eine besonders unterhaltsame Geschichte ausgedacht. 35 Mädchen werden eingeladen und stellen sich dem Prinzen als Braut zur Wahl. Hier spielen eindeutig gegenwärtige Elemente aus der Reality-TV-Schiene rein, die der Geschichte einiges an Spannung verleihen.

Protagonistin America Singer ist eine von ihnen. Allerdings herrscht in Illeá ein altmodisches Kastensystem, wo sie sozusagen auf einer der untersten Stufen steht. Charmanter Cinderella-Kitsch spielt in das dystopische Setting rein, denn es ist klar, dass America auf diese Weise der Armut entfliehen kann. Allerdings hat ihr Vorgehen einen Haken, weil sie Prinz Maxon von Vornherein gar nicht heiraten möchte. Sie hat ihr Herz bereits an ihre Jugendliebe Aspen verloren, den sie nicht vergessen will.

Wie bereits gesagt, diesen ersten Teil der Selection-Reihe habe ich als sehr schön und unterhaltsam empfunden. Man geht das Leben mit America an, versucht unter den 35 Schönheiten seinen Platz zu finden und - in ihrem Fall - sich der Gunst des Prinzen zu erwehren.

Gestört hat mich durch und durch die Oberflächlichkeit. Ich weiß nicht so recht, ob diese wirklich ernst gemeint ist, oder ein Seitenhieb auf unsere jetzige Gesellschaft darstellt, aber bei manchen Sequenzen habe ich die Augen überdreht. Es wird tatsächlich relativ häufig thematisiert, wer welches Kleid, wann und wie tragen wird. Es geht um Make-up, einfache Klamotten und Benimmregeln, die an die alten Sissi-Filme mit Romy Schneider denken lassen.

Genau in diesem Stil sind auch die Figuren geschaffen. Relativ klischeebesetzte Protagonisten handeln ziemlich vorhersehbar, dennoch muss ich betonen, dass es auf seine eigene Art ganz wunderbar zu hören ist. 

Denn trotz dieser Kritikpunkte fand ich es zauberhaft, wie die Autorin märchenhafte Aspekte, mit dem starren Protokoll der Monarchie zu einer dystopischen Zukunftsvision vereint und dadurch ein magisches Setting entworfen hat.

Neugierig bin ich auf jeden Fall auf die Hintergründe geworden, denn Illeá dürften die USA der Zukunft sein, und ich frage mich, was diese Gesellschaft veranlasst hat, die Monarchie einzuführen.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch märchenhafte Unterhaltung für Zwischendurch, oder für Mädchen, die von Prinzen und Prinzessinnen träumen und das strenge Hofzeremoniell Illeás durch Americas Augen erleben möchten. 

 

Die Selection-Reihe:
1) Selection
2) Selection. Die Elite
3) Selection. Der Erwählte
4) Selection. Die Kronprinzessin
5) Selection. Die Krone

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at