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Alpenphilosophie

Die Pürin - Ursi Anna Aeschbacher, Noëmi Lerch

Die Pürin ist Bauer und keine Bäuerin, weil sie nicht die Frau des Bauers ist. So kam sie zu ihrer Bezeichnung und zeigt ihrer Gehilfin, wie es sich als Pürin in den schweizerischen Alpen lebt.

Dieses Buch ist sehr philosophisch geschrieben, es behandelt das Leben, die Alpen, die Tiere und wie sich die Gehilfin der Pürin durch die Jahreszeiten schlägt.

Die Protagonistin zeichnet ihre Zeit bei der Pürin auf, wie sie ihr im Stall, auf der Wiese und an manchen Abend zur Seite steht. Doch meistens zieht sie sich in die Villa ihrer Großeltern zurück, wo sie an jenen Menschen denkt, von dem die zweite Tasse am Tisch stammt.

Die Geschichte ist sehr nebulös geschrieben und ich bin mir sicher, dass ich vieles davon nicht verstanden habe. Gestört hat mich die Großmutter, die einen festen Platz darin hat, aber ich konnte hier weder den tieferen Sinn erspüren noch die Figur in die Handlung einordnen. Denn die Großmutter ist gestorben und trotzdem da. Sie ist nicht da, wie es ein wohlwollender Geist oder eine schützende Figur sein würde, sondern sie ist richtig in der Geschichte anwesend, obwohl sie längst verstorben ist.

Besonders gut haben mir all die kleinen Szenen gefallen, die die harte Arbeit und die Ruhe der Alpen und der Landwirtschaft spüren lassen. Das ist greifbare Philosophie, die einen mitten in der Seele trifft:

„Jetzt scheint mir, nur der Mensch könne so blöd sein, aus Stolz den schweren Weg zu gehen, während Tiere stets den einfachsten wählen und noch lieber die Abkürzung.“ (S. 52 - 53)

Ich habe diese Erzählung als beruhigend empfunden, denn sie holt einem aus dem hektischen Alltag, rein in den harten Trott der Realität, so wie sie Wirklichkeit ist. Denn was könnte realer sein, als die Arbeit mit Tieren in der freien Natur und worin liegt im „normalen“ Leben die Wichtigkeit?

Gleichzeitig thematisiert die Autorin aber auch, dass dieses Leben nicht besonders lockt, dass sich junge Menschen nach der weiten Welt sehnen und ihre eigenen Erfahrungen machen müssen, um vielleicht später wieder in die Realität der Alpen zurückzukehren.

Mir hat diese philosophische Erzählung aus den Alpen sehr gut gefallen. Ich mochte besonders die Sequenzen im Stall, wenn mit den Tieren geredet wurde und die Protagonistin den Kälbern Geschichten erzählt hat.

Natürlich muss man in der richtigen Stimmung sein, um auf philosophischen Weg die Alpen zu besteigen, aber ich denke, dass dieses Büchlein viel Freude schenkt und auf seine eigene Art zum Nachdenken anregt.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at