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Keine Spannung, dafür viel Drama

Deadline - Renée Knight, Michael Mendl, Claudia Michelsen, Gabriele Blum, Andreas Jäger

Vor 20 Jahren - ausgerechnet im Urlaub - hat Catherine Grauenvolles erlebt, was bisher ihr Geheimnis geblieben ist. Doch plötzlich wird ihr ein Roman zugeschickt, in dem ihre Geschichte geschrieben steht. Wer kann es wissen? Warum hat der Verfasser dieses Buch geschrieben? Und warum lässt er seine Story mit ihrem gewaltsamen Tod enden?

Bei „Deadline“ handelt es sich um einen psychologischen Spannungsroman der laut Rückentext mit den Adjektiven ‚sensationell‘ und ‚großartig‘ ausgestattet ist. Ich empfand ihn eher als Familienroman, der zwar dramatisch, aber leider absolut nicht spannend ist.

Die Familie wird bei „Deadline“ sehr groß geschrieben und sie ist das Thema, das sich durch den ganzen Roman zieht. Was macht gute Eltern aus? Wie sehr sind sie für die Taten ihrer Kinder verantwortlich und wann haben sie eine Grenze erreicht?

Catherine ist vor 20 Jahren allein mit ihrem Sohn Nicolas in Urlaub gewesen und damals ist etwas Schreckliches passiert. Zum Glück erinnert sich der mittlerweile erwachsene Sohn nicht daran und hat auch damals keine Notiz davon genommen.

In der Gegenwart ist Catherine eine erfolgreiche Frau, die mitten im Leben steht. Doch dann erhält sie diesen Roman, der ihr Geheimnis ausgräbt.

Ja, dieser Stoff hat deutliches Spannungspotential. Was ist damals geschehen und warum bekommt Catherine ausgerechnet jetzt diesen Roman zugeschickt? Außerdem hat ihn sogar Nick gelesen und sie fragt sich, wer hier aus welchen Gründen grausige Spielchen spielt.

Leider ist damit die Spannung auch schon passé, weil die Handlung zu wünschen übrig lässt. Man fühlt Catherines Verzweiflung, ihre Angst und ist deshalb etwas angespannt, trotzdem geschieht während der gesamten Handlung nichts, was als „spannend“ gilt. Die Ereignisse plätschern vor sich hin, man ist den Perspektivenwechseln ausgeliefert und als es am Ende ans Eingemachte geht, ist es zwar tragisch und schockierend, aber es fehlt ein gewisser Wow-Effekt.

Die Perspektivenwechsel gestalten den Roman interessant. Einerseits nimmt man an Catherines Gedanken teil, andrerseits hat man es auch mit Passagen aus dem Buch zutun. Man erfährt, was da geschrieben steht, und nimmt sogar den Part des Verfassers ein. 

Besonders einen Charakter fand ich wunderbar. Gesprochen von Michael Mendl haben mir diese Passagen gut gefallen, glaubhaft gewirkt und mir Unterhaltung beschert. Die anderen Sprecherinnen haben ebenso gute Arbeit geleistet, dennoch kann die beste Umsetzung nichts an der Handlung ändern, die mir etwas zu dürftig war.

Als psychologischer Spannungsroman macht „Deadline“ einfach nichts her, sondern hat sich als Familiendrama erwiesen, das gleich mehrere Generationen betrifft und daher doch interessant zu hören ist.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at