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Blutig, pervers, abartig.

Snuff Killers: Der Klassiker des Extreme Horror - Jesus F. Gonzalez

Lisa und ihr Mann sind auf den Weg zu einem romantischen Wochenende, das sehr besonders werden soll. Denn Lisa will ihm sagen, dass sie endlich ein Kind bekommen. Besonders wird es auf jeden Fall, aber anders, als es die junge Rechtsanwältin gedacht hat …

„Snuff Killers“ beschäftigt sich mit einem verstörenden Phänomen und legt sich mit den tiefsten Abgründen des Menschen an. Denn dieses Buch stellt Snuff Filme in den Vordergrund. Bei Snuff Filmen werden Menschen vor laufender Kamera zu Tode gequält, was zur Erheiterung des Publikums dient. 

Diese Filme gehören in die moderne Sagenwelt. Bisher wurde seitens der Behörden kein einziger nachgewiesen, auch wenn es unzählige Gerüchte gibt.

Lisa soll zum Filmstar in einem Snuff Film werden und ihr steht eine grauenhafte Tortur bevor. Anders als erwartet wird in dem Buch aber nicht dieser eine Film behandelt, sondern es werden viele hintergründige Themen beleuchtet. 

Es hat mir gut gefallen, dass hier nicht einfach nur ein Ekelszene an die nächste gereiht wurde, sondern dass der Autor versucht, dem Geschehen Tiefe zu verleihen. Dabei geht er auf die Sage um die Snuff Filme ein, verbindet viele Mythen, die im Internet kursieren und geht dabei sogar der möglichen Motivation der Täter und des Publikums auf den Grund.

Dass es hier sehr abartig zugeht, brauche ich wohl nicht gesondert zu erwähnen. Man muss schon von Anfang an wissen, dass man sich hier auf ein blutrünstiges, perverses Buch einlässt.

Die Figuren waren mir bis auf eine große Ausnahme zu blass. Lisa ist eine junge Frau, die mitten im Leben als Ehefrau und Anwältin steht, trotzdem hat sie auf mich einen sehr verlorenen Eindruck gemacht. Es wirkte nicht glaubhaft, wie sie sich verhalten hat. Meiner Meinung nach haben ihre Aktionen, Gefühle und Gedanken ausschließlich der Handlung gedient.

Auch ihrem Ehemann Brad habe ich den Rechtsanwalt nicht abgekauft. Er hat ebenso einen laschen, unbedachten Eindruck auf mich gemacht. Ein Mann, der von Beginn an maßlos überfordert ist.

Dann gibt es noch eine spezielle Figur, die nur am Rand vorkommt, aber ein echter Knaller ist! Zu dieser Dame kann ich leider nicht zu viel sagen, weil ich niemanden das erste Kennenlernen verderben will. 

Die Handlung ist grob in zwei Teile gegliedert, wobei für mich der erste Akt sehr grauslich war. Der Autor hat das Kopfkino zum Laufen gebracht und sich mit blutrünstigen Abartigkeiten in meine Gedanken gebrannt. Der zweite Teil ging dann eher dem Milieu um und der Szene hinter den Filmen auf den Grund. Diese Aspekte waren sehr gut und informativ eingearbeitet und haben trotz der schockierenden Handlung einen sachlichen Ton angenommen. 

Allerdings waren mir die Hintergründe der Handlung etwas zu konfus konstruiert und alles in allem fragwürdig dargestellt. Am Ende wurde sogar in die Kitschkiste gegriffen, was zwar recht gut gepasst, aber dafür wieder vom Schreibstil her nicht überzeugend war.

Denn der Schreibstil ist schwankend und man merkt ihm unzähliges Überarbeiten an. Stellenweise lässt er nicht zu wünschen übrig, dann ist er wieder etwas holprig oder verliert den Faden, wie es zum Beispiel beim Ende ist. Außerdem haben sich kleinere Fehler eingeschlichen, weil eine Jahreszahl nicht übereinstimmt oder eine Situation sehr unglaubwürdig wirkt.

Ich persönlich habe mit „Snuff Killers“ eine Grenze erreicht und weiß, dass ich vorläufig nicht mehr zu so einem Buch greifen werde. Es ist blutig, pervers und abartig, und für Genrefreunde sicherlich lesenswert. 

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at