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Typisch amerikanischer Wissenschaftsthriller

Die Saat  - Guillermo del Toro, Chuck Hogan, Kathrin Bielfeldt, Jürgen Bürger

In New York landet ein Flugzeug aus Europa und plötzlich gehen in der Maschine die Lichter aus. Die Besatzung reagiert nicht auf den Tower oder andere Flughafenmitarbeiter und auch die Passagiere verhalten sich still. Ungewöhnlich still. Kein Laut, kein Licht, keine Regung - erst als das Flugzeug geöffnet wird, zeigt sich der Grund dafür.

„Die Saat“ ist ein typisch amerikanischer Wissenschafts-Thriller, der vom drohenden Weltuntergang, Actionszenen und interessanten Theorien lebt, und meiner Meinung nach sehr gut und faszinierend zu lesen ist.

Zu Beginn findet man sich am Flughafen wieder. Im Tower herrscht geschäftsmäßige Routine. Flugzeuge kommen, Flugzeugen gehen oder setzen zum Landeanflug an. Dazwischen fällt eine Maschine auf, die trotz erfolgreicher Landung mitten auf der Landebahn stehen bleibt.

Genau an dieser Stelle beginnt es fesselnd und interessant zu werden. Die Funkverbindung ist tot und für den Tower besteht keine Möglichkeit mit der Crew Kontakt aufzunehmen. Bei einem genaueren Blick fällt auf, dass das Flugzeug weder Strom noch aufgebrachte Passagiere hat, was schon sehr merkwürdig ist. Nach und nach gehen die Flughafenmitarbeiter alle Möglichkeiten - Terroranschlag oder doch ein technisches Gebrechen - durch, bevor beim Öffnen der Maschine die eigentliche Story beginnt.

Mystisch angehaucht versetzen die Autoren Vampire in eine moderne Szenerie, bauen Sagen und Legenden ein und entwickeln neue Theorien, sodass dieser Vampirismus in unserer Zeit nicht einmal so unlogisch klingt.

Allen Figuren voran wird der Protagonist Ephraim gestellt. Er ist der Wissenschafter mit Familienzwang und wohl der Einzige, der die Welt retten kann. Außer seinem Beruf - er ist auf Epidemien spezialisiert und arbeitet beim Seuchenschutz - liegt ihm besonders an seinem Sohn, den er um jeden Preis schützen will. Obwohl Ephraim gängige Züge hat, ist er doch nicht so mit Klischees beladen, dass es abgedroschen wirkt. Er ist ein interessanter Protagonist, der sich mit seinem Team gegen die Seuche stellt.

Erzählerisch ist der Thriller aus vielen Perspektiven aufgebaut, was ich grad beim Thema Epidemien und Seuchen besonders gerne mag. Immer wieder schwenkt man zu Nebenschauplätzen und erfährt, wie weit die Katastrophe hier schon voran geschritten ist, während der Seuchenschutz noch im Dunkeln tappt.

Außerdem gibt es zwischendrin Rückblicke in die Vergangenheit, die dem modernen Wissenschaftsthriller noch eine gute Portion Mystik verleihen. 

Ich mag die Handlung, die Thematik und die Figuren, nur die Actionszenen ab der Mitte waren mir etwas zu viel. Hier haben sich die Autoren als Wiederholungstäter gezeigt, was ich als etwas zäh empfunden habe.

Diesen Trilogie-Auftakt habe ich sehr gern gelesen. Die Mischung aus ruhigen dafür fesselnden Passagen, Mythen, dem Seuchenschutz und Actionszenen, hat mir großen Spaß und mich auf die weiteren Teile neugierig gemacht.

 
 
Die Trilogie:
1) Die Saat
2) Das Blut
3) Die Nacht
Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at