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Rache und Rosenblüte

Rache und Rosenblüte - Renee Ahdieh, Martina M. Oepping

Jeden Sonnenaufgang sollst du mit einem Leben zahlen. Widersetzt du dich, wird es tausendfach genommen.

Es handelt sich um den zweiten Band von Renée Ahdiehs Märchen aus tausendundeiner Nacht: fliegende Teppiche, arabische Nächte, heißer Wüstensand und eine leidenschaftliche Liebe, die von einem schrecklichen Fluch heimgesucht wird. 

Shahrzard und Chalid haben sich gefunden, nur um wieder voneinander getrennt zu werden. Während sich Kalif Chalid in seiner Stadt Chorasan nur widerstrebend seinem Schicksal fügt, entschwindet Sharzhard in die Wüste, um den Fluch zu brechen und damit nicht nur ihre Liebe sondern das Leben ihres Volks zu retten.

Ich mag die Märchen aus 1001 Nacht sehr gern. Schon als Kind waren sie meine liebsten Erzählungen und noch heute steht ein schöner Schmuckband von damals in meinem Bücherregal. Daher habe ich mich gefreut, als Renée Ahdieh mit dem 1. Band „Zorn und Morgenröte“ Sherezade auferstehen und sie als Shahrzad in ihrer Dilogie Geschichten erzählen lässt.

In dieser Fortsetzung kommt Shahrzad allerdings nicht mehr als Geschichtenerzählerin zu Wort, sondern es geht um das Schicksal von Chorasan, den Kalifen und der Liebe zu seiner Königin. Shahrzad und Chalid sehen sich unbändigen Mächten gegenüber, haben es mit Intrigen und atemberaubender Magie zutun, die den Leser in ein abenteuerliches Märchen versetzt.

Die Handlung wird in erster Linie gemeinsam mit Shahrzad erlebt. Sie verlässt Chorasan um ihre Familie zu retten und einen Ausweg aus der Misere zu finden. Dabei entführt sie den Leser in die magische arabische Wüstenwelt, die mich von Beginn an verzaubert hat.

Dem jungen Kalif Chalid machen seine Jugend und die Verantwortung als Herrscher schwer zu schaffen. Noch dazu kommt, dass er von einem dunklen Fluch heimgesucht wird. Obwohl der Herrscher von Chorasan als schreckliches Monster gilt, weiß er sein feuriges Temperament zu zügeln und man merkt, in seiner Ruhe liegt die größte Gefahr.

Beide Protagonisten mag ich sehr gern, weil sie für mich mit ihrem schillernden Temperament, das Wesen dieser Märchen spiegeln. Sie strahlen vor Lebendigkeit wie die Morgensonne, sind fein wie der Wüstensand, und störrisch, wie Kamele, wenn sie nicht ihren Willen kriegen. 

Außerdem liebe ich diese arabisch angehauchte Sprache, die trotz gnadenloser Schärfe immer blumig und schön zu lesen ist:

„Erst bist du die eine, dann eine andere. Und jetzt tut mir der Nacken weh, weil er sich so schnell wenden muss.“(S. 382)

Die Handlung wurde meiner Meinung nach einen Hauch zu überkonstruiert. Ich hatte den Eindruck, dass sie der Autorin nicht ganz so flüssig von der Hand gegangen ist und sie sich manchmal schwer getan hat, die Kurve zu kriegen. Ansonsten entspricht sie dem üblichen Märchenaufbau, genau, wie ich es mir erhofft hatte. Es gibt einige unvorhersehbare Wendungen, große Schlachten, geheime Zusammenkünfte und allem liegt ein orientalischer Zauber inne, den ich sehr genossen habe. 

Renée Ahdieh erschafft die Märchen aus 1001 Nacht neu. Mit ihrer Protagonistin Shahrzad haucht sie ihnen neues Leben ein, verbläst sanft den Wüstensand, klopft den fliegenden Teppich aus und lässt den Leser in die arabische Nacht entschwinden.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at