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Meisterwerk des Grauens

Es - Stephen King

In Maine ist das Böse daheim. Es hat es sich in der Kanalisation der Kleinstadt Derry gemütlich gemacht, wo es alle 27 Jahre Angst und Schrecken sät und zu fressen gedenkt. Doch sieben Freunde haben beschlossen, es in die Schranken zu weisen, und setzen alles daran. 

Stephen Kings „Es“ ist das Meisterwerk des Horrors schlechthin und kann meiner Meinung nach zu den Klassikern des Genres gezählt werden. Der Autor thematisiert die menschliche Existenz an sich. Es geht um den Zauber der Kindheit und die Schrecken des Erwachsenseins. Dabei stehen all die Hoffnungen, Ängste und Träume im Mittelpunkt und die Magie des Kindseins, die wir im Erwachsenenalter oftmals vergessen haben. 

Dementsprechend sind die sieben Protagonisten Kinder und Erwachsene zugleich, weil die Geschichte von „Es“ auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Einerseits ist sie in den 60er-Jahren in Derry anberaumt. Zu dieser Zeit sind die Protagonisten Kinder und es schwingt die Stimmung dieses Jahrzehnts mit. Andrerseits trifft man sie auch als Erwachsene in den 80ern an - als sie beschließen, es zu beenden. 

Meiner Meinung nach schafft es niemand wie Stephen King einem die Ängste der eigenen Kindheit in Erinnerung zu rufen und ich hatte bei etlichen dieser Stellen Gänsehaut! 
Er versetzt in die Schrecken der eigenen Kindheit zurück. Kann sich noch jemand an den furchterregenden, dunklen Keller erinnern? Seltsame alte Leute, die plötzlich große Augen kriegen? Statuen, die einem hinterher blicken? Und wer - außer mir - hatte schon immer Angst vor Clowns?

Der Clown ist natürlich das absolute Horror-Element in diesem Roman. Ich traue mich nicht einmal schätzen, wie viele Menschen dank „Es“ keine Clowns mögen. Denn in diesem Roman trifft man auf „Es“ - ein Clown, so fremd und trotzdem ganz normal, der seine Späße treibt, und zum Angesicht der Hölle wird. 

Gleichzeitig beschäftigt sich Stephen King aber auch mit dem Erwachsensein und wie wir einen Traum nach dem anderen wie Seifenblasen platzen lassen, weil wir vergessen haben, dass wir einfach daran glauben müssen.

Dabei schlägt Stephen King manchmal melancholische, traurige aber auch optimistische Töne an. Ich hatte das Gefühl, dass er empfiehlt, auch als Erwachsener öfter Kind zu sein und all die faszinierenden, imposanten Facetten des Lebens zu genießen. 

Der Schauplatz Derry hat einiges an Gruselpotential. Wer sich öfter von Stephen King das Fürchten lehren lässt, der kennt die schaurigen Begebenheiten der kleinen Stadt ganz genau. Denn in Derry herrscht das Böse, das sich immer einen Weg in das Leben der Menschen kämpft. 

Die Handlung ist simpel und gleichzeitig komplex, was man von Kings ausufernden Erzählstil kennt. Ich mag es sehr gern, mit Hintergrundinformationen versorgt zu werden. Außerdem gefällt es mir, wenn ich verstehen kann, warum ein Mensch zu dem geworden ist, was er ist. Sämtliche Figuren sind mit einer Tiefe beseelt, die der Realität um nichts nachstehen - was für mich bei diesem Autor immer wieder beängstigend ist.

Diesem Horror-Werk kann ich mit einer Rezension nicht gerecht werden. Es ist eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Es vereint Horror, Coming-of-Age, Humor und Zeitgeschichtliches und kann gar nicht genug honoriert werden, weil es mitten in Geist und Seele trifft.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at