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Susan Beth Pfeffer
Bereits gelesen: 18/352 pages

Spannende Idee, mangelhafte Umsetzung

Geister der Nacht - Andrew McGilmore

Für Jolyns 30er haben sich ihre Freunde etwas Besonderes überlegt: sie wollen mit ihr eine Spuknacht in einer alten Villa verbringen. Nichtsahnend, dass aus dem schaurigen Spaß tödlicher Ernst werden wird.

„Geister der Nacht“ ist eine Geistergeschichte für Zwischendurch, die sich an Psychothriller-Elementen versucht und mit einem fesselnden Setting überzeugen will.

Jolyn und ihre Freunde machen sich zu der Spukvilla in Los Angeles auf. Die Villa ist tagsüber ein Museum, in der Nacht werden zahlende Gäste in Spuk-Events entführt. Mir hat diese Idee der Spuknacht sehr gut gefallen und ich kann mir vorstellen, dass so ein Konzept in der Realität funktioniert. Ähnlich wie bei Krimi-Nächten verbringen die Gäste nach einem mehrgängigen Menü eine Nacht mit Show-Charakter. Hier hätte sehr viel Potential in der Geschichte gesteckt.

Hauptaugenmerk liegt auf Protagonistin Jolyn, die leider - wie alle anderen Figuren - sehr blass geblieben ist. Auf mich wirkt die gesamte Gruppenkonstellation wie eine Aneinanderreihung von Namen, die in der Handlung selbst austauschbar sind. Außerdem scheinen sich die Freunde gar nicht zu mögen, weil sie ständig mit gegenseitigen Anfeindungen beschäftigt sind.

Obwohl Grusel-Event sowie die daraus folgenden Ereignisse an und für sich Garanten für Gänsehaut-Stimmung sind, konnte diese meinem Empfinden nach nicht umgesetzt werden. 

Meiner Meinung nach liegt es am Verhalten der Teilnehmer, das absolut unglaubwürdig ist. Warum sollte Panik ausbrechen, weil sich zwei erwachsene Menschen von der Gruppe entfernen? Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich. Wenn Erwachsene eine Veranstaltung vorzeitig verlassen ohne sich abzumelden, würde ich mir gar nichts dabei denken. Mein Schluss wäre, dass es ihnen nicht gefällt oder sie sich unwohl fühlen.

Eine weitere Reaktion ist für mich auch unverständlich. Denn wenn Gefahr in Verzug ist, dann ruft man die Polizei oder geht nach draußen, um sich Hilfe zu holen anstatt in dem Gemäuer herumzuirren. Immerhin handelt es sich um Personen um die 30 und sie befinden sich mitten in Los Angeles!

Die Erzählweise hat dem Spannungspotential leider auch sehr viel genommen, weil sich der Großteil davon auf Dialoge beschränkt. Der Autor lässt kaum einen Blick auf die alte Villa erhaschen. Es fehlte mir am Gespür für die Räumlichkeiten und das Grusel-Ambiente, weil er seine Figuren fast die ganze Zeit nur reden lässt.

Leider kann ich diesen Roman maximal als Geistergeschichte für Zwischendurch betrachten, der es trotz der großartigen Ausgangslage und der spannenden Idee an einer fesselnden Umsetzung fehlt.