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Überraschendes Thriller-Highlight

The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten: Thriller - Clive Barker, Leena Flegler

Der Fourth-Monkey-Killer schneidet zuerst ein Ohr ab, dann sticht er seinem Opfer die Augen aus, im Anschluss wird die Zunge entfernt, um es zuletzt von seinem Elend zu befreien. Er packt Ohr, Augen und Zunge hübsch in Geschenkkartons ein, um diese kleinen Präsente an einem lieben Menschen des Opfers zu schicken. Und bisher konnte niemand den Fourth-Monkey-Killer aufhalten … 

„The Fourth Monkey. Geboren, um zu töten“ ist ein besonderer Thriller mit hohem Überraschungseffekt. Er ist blutig, hart und spielt mit seinen Opfern.

In Chicago hat der berüchtigte Fourth-Monkey-Killer erneut zugeschlagen. Allerdings sind die Umstände diesmal äußerst ungewöhnlich und die Polizei ist sofort dran. Immerhin haben sie bisher nur ein Ohr in den Händen, was bedeutet, dass das Opfer noch am Leben ist.

Es geht also wieder einmal darum, einen Serienkiller zu schnappen. Zuerst habe ich gezögert, doch dann wollte ich der Geschichte unbedingt eine Chance geben und habe sogar ein wahres Highlight entdeckt!

Die ersten hundert Seiten meint man, dass man alles schon in dieser Art gelesen hat. Ein Opfer ist in Gefahr, die Polizei tut sich mit ihren Ermittlungen schwer und der Bürgermeister schiebt manchen Ermittlungstätigkeiten einen Riegel vor. An dieser Stelle habe ich mir gedacht, das ist langweilig, das kennt man schon - und genau in diesem Moment beginnt das Buch seinen überraschenden Charme auszubreiten.

Die Story wird in unterschiedlichen Strängen erzählt. Die wichtigste Perspektive nimmt Ermittler und Protagonist Nash Porter ein. Er ist ein typischer Cop ohne zu typisch zu sein. Obwohl er richtiggehend kaputt ist, zeigt er keine unnötige Heldentendenz oder diesen unausstehlichen Übermut, sondern ist ein angenehmer Charakter, den man gerne mit den Ermittlungen zum Fourth-Monkey-Killer betraut. Nash und sein Team sind ihm schon jahrelang auf der Spur und wissen, dass es nun für den Killer zu Ende sein wird.

Zudem ist Nash an das Tagebuch des Fourth-Monkey-Killers gekommen und begibt sich darin in dessen Abartigkeit. Diese Tagebucheinträge nehmen den zweiten Strang der Erzählung ein und erinnern etwas an einen Coming-of-Age-Roman, der nur auf den ersten Blick entzückend ist. 

Außerdem ist man auch beim aktuellen Opfer des Fourth-Monkey-Killers live dabei. Diesen Teil empfand ich als besonders brutal und er ist mir ordentlich an die Nieren gegangen.

Durch die unterschiedlichen Stränge entsteht eine Sogwirkung auf den Leser. Sobald ein Abschnitt zu Ende war, konnte ich kaum abwarten, wieder weiterzulesen. Sei es jetzt das Tagebuch oder Nashs Ermittlungen, ich musste unbedingt wissen was als nächstes passiert!

Die Handlung an sich ist bestimmt nicht neu und auch die gewählten Perspektiven sorgen sicher für keinen Wow-Effekt. Trotzdem schafft es J. D. Barker das ganze Genre aus den Angeln zu heben, indem er auf vielerlei Weise überraschen kann. Es ist nichts, wie es scheint und damit sind keine überkonstruierten Entwicklungen gemeint. Es werden Spielchen gespielt und bewusst Missverständnisse geschaffen, die die Cops, den Killer und natürlich mich als Leser immer wieder vor Überraschungen stellen. Mehr als einmal ist mir der Mund offen stehen geblieben, weil mich Barker überrumpelt hat ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Ich bin von „The Fourth Monkey. Geboren, um zu töten“ absolut begeistert. Es ist für mich ein überraschendes Thriller-Highlight in diesem Jahr, das ich an Genre-Freunde weiterempfehlen kann.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at