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Solider Insel-Krimi

Hell-Go-Land - Tim Erzberg, Frank Arnold

Anna Krüger ist auf Helgoland aufgewachsen. Doch ein Albtraum in ihrer Jugend hat sie von der Insel vertrieben. Nun stellt sie sich der Vergangenheit und tritt eine Stelle am Polizeiposten auf der Insel an. Schon an ihrem ersten Arbeitstag wartet ein blutiger Willkommensgruß auf sie.

"Hell-Go-Land“ ist ein atmosphärischer Krimi, der mit den Begebenheiten auf der Insel besticht. Erzberg verdeutlicht die Unerbittlichkeit der Natur und das soziale Gefüge, das aus dem Inselklima entstanden ist.

Anna Krüger ist schon länger bei der Polizei und begibt sich auf ihre Heimatinsel Helgoland zurück. Hier tritt sie eine Stelle an, die an und für sich ruhig sein soll. Verbrechen gibt es auf Helgoland kaum und die Polizisten üben sich in routinierter Unterforderung. 

Doch gemeinsam mit Anna trifft ein grausiger Willkommensgruß auf der Polizeistation ein, der sie und ihre Kollegen erheblich ins Schwitzen bringt …

Die Polizeiarbeit auf Helgoland wird von Tim Erzberg sehr eintönig beschrieben. Man hat das Gefühl, dass es dort nur der Ordnung halber einen Posten gibt, und diese Stimmung wird auch von den Beamten und der Bevölkerung geteilt. Dadurch entsteht das Problem, dass die Polizei von Helgoland bei Kollegen am Festland nicht ganz Ernst genommen wird, wodurch sich manche Situation zuspitzen kann.

Hier hat mir gefallen, dass die Beamten mal auf sich gestellt sind. Sie haben kaum hochmodernen Schnickschnack, der ihnen bei der Spurenanalyse hilft, sondern müssen methodisch und überlegt vorgehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Krimis ist dies als abwechslungsreicher Pluspunkt hervorzuheben.

Das Inselfeeling wird sehr schön transportiert. Es ist Winter auf Helgoland und nur die alteingesessenen Bewohner der Insel sind anzutreffen. Noch dazu zieht ein Sturm auf, weshalb Ausgangssperre herrscht, und manche Geschichten vom 2. Weltkrieg zur Sprache kommen. Damit hat Erzberg Helgoland ein umfassendes Gesicht gegeben. Er beschreibt die düstere Seite der Insel, ihre Geschichte, ihre Bewohner und wie hart hier die Winter sind.

Der Fall selbst ist solide und gut inszeniert. Durch Annas Vergangenheit auf der Insel weiß man von Vornherein, dass sie ihr Päckchen zu tragen hat, und fühlt sich nicht so richtig daheim. Außerdem ist das blutige Fundstück an sie gerichtet, und man fragt sich, wen sie damals wohl verärgert hat. 

Dieser Aspekt lässt mich etwas zwiegespalten zurück, weil es ich es nicht unbedingt mag, wenn die Ermittler selbst Teil ihres Falls sind. Dieses Konzept finde ich sehr überstrapaziert, hat aber bei „Hell-Go-Land“ im Großen und Ganzen gut funktioniert. Dabei zeigt Erzberg vor allem Probleme des Insellebens auf und wie wichtig manche Einrichtungen gerade auf begrenztem Lebensraum sind.

Meiner Meinung nach hat Tim Erzberg mit „Hell-Go-Land“ einen informativen und unterhaltsamen Krimi geschrieben, dem die dichte Insel-Atmosphäre eine besondere Note verleiht. Ich denke, Krimileser werden damit schöne Lesestunden haben und wer sich für Helgoland interessiert, wird so einiges über das Inselleben erfahren.

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at