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Was bleibt

Das Leben, das uns bleibt - Susan Beth Pfeffer

Seit der Katastrophe ist das Leben hart geworden. Es ist kalt, es gibt nur selten Storm und Lebensmittel sind Mangelware. Fast hätte Miranda die Hoffnung aufgegeben, doch dann stehen plötzlich ihr Vater, seine Freundin Lisa mit dem Baby und zwei Jungs vor der Tür. 

"Das Leben, das uns bleibt" ist der Abschlussband der "Die letzten Überlebenden"-Trilogie.  

Diesmal kehrt die Autorin zu der jugendlichen Miranda - die Protagonistin aus dem 1. Band - zurück. Miranda und ihre Familie haben sich einigermaßen eingerichtet. Tag für Tag kämpfen sie gegen den Staub, haben es mit Kälte zutun und ziehen sich zum Schlafen aneinander gekuschelt in den Wintergarten zurück.

Miranda hat wieder angefangen Tagebuch zu schreiben und so erlebt man als Leser diese tristen Tage aus ihrer ganz persönlichen Perspektive mit. Ich muss schon sagen, dass Susan Beth Pfeffer mit dieser Tagebuchform eine exzellente Erzählweise für dieses Endzeitszenario gewählt hat. 

Man erfährt aus erster Hand wie Miranda empfindet, wie sie die Tage erlebt, wovor sie sich fürchtet und wann sie zu hoffen wagt. 

Außerdem zeichnen sich die Bände um Miranda durch Realismus aus. Es wird nicht übertrieben, nicht beschönigt und kaum konstruiert. Die Ereignisse sind plausibel, werden nicht unnötig dramatisiert - weil sie für sich schon tragisch genug sind - und haben dadurch sehr glaubwürdig auf mich gewirkt. 

Daher darf man sich auch keine spannungsgeladene Action erwarten, sondern es wird die Zeit nach dem katastrophalen Asteroideneinschlag am Mond beschrieben. Das Wetter ist verschoben. Es wächst nichts, weil fast das ganze Jahr über Winter ist und die Temperatur in den kurzen Sommermonaten nicht einmal die 10-Grad-Marke erreicht. Die Sonne kommt nicht hervor und Miranda kann sich kaum mehr an Farben oder den Himmel erinnern. 

Demzufolge sind Nahrungsmittel rar und jede Woche wird um die zugeteilten Tüten vom Rathaus gebangt. Noch sind sie in der glücklichen Lage, dass sie montags immer eine Lieferung erhalten. Doch was passiert, wenn diese Nahrungsquelle eines Tages versiegen wird? Dabei ist Miranda schon aufgefallen, dass der Inhalt der Lebensmitteltüten mit jeder Woche spärlicher wird. 

Realistisch wirkt auch, dass es nicht besonders viel zutun gibt. Sie sind damit beschäftigt, das Haus auf Vordermann zu halten, den seltenen Strom optimal zu nutzen und vor sich hin zu hungern. 

Doch dann klopft es eines Tages und Mirandas Dad steht vor der Tür! Darf sie jetzt wieder Hoffnung haben? Aber ihre Freude wird von all den hungrigen Mäulern getrübt, die ihr Vater im Schlepptau hat. 

Die weitere Entwicklung ist trostlos und wird dem Genre mehr als gerecht. Der Schwerpunkt wird auf den Alltag in der Endzeit gelegt und gemeinsam mit Miranda versucht man einen Tag nach dem anderen zu überstehen. Miranda begreift, dass das Leben nun anders als früher ist und nie wieder so wie damals werden wird. 

Die Erzählweise in Tagebuchform, die Handlung und der realistische Rahmen haben mich wieder überzeugt. Die Besonderheit an Susan Beth Pfeffers Endzeit-Szenario ist die schonungslose Realität, die in Mirandas Aufzeichnungen anschaulich dargestellt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Ende tatsächlich so passieren könnte, wie Miranda es in ihrem Tagebuch erzählt.

Wer nüchterne Endzeit-Geschichten mag, wird diesen und den ersten Teil von Susan Beth Pfeffers „Die letzten Überlebenden“-Trilogie sicherlich gerne lesen.

 

 

Die letzten Überlebenden:
1) Die Welt, wie wir sie kannten
2) Die Verlorenen von New York
3) Das Leben, das uns bleibt

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at