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The End

The Death 1: Quarantäne: Endzeit-Thriller - John W. Vance, Andreas Schiffmann

Eine tödliche Pandemie breitet sich aus und löscht innerhalb kürzester Zeit Leben aus. Devin Chase hatte dahingehend Glück, dass er sich rechtzeitig aus dem städtischen Trubel zurückgezogen hat. So war er sozusagen in Quarantäne als der Virus namens "The Death" seiner Bestimmung nachgegangen ist. Nach etlichen Monaten bricht Devin aus seinem Einsiedler-Dasein aus und erblickt eine Welt, in der ganz neue Regeln gelten.

"The Death. Quarantäne" ist der erste Teil einer Endzeit-Reihe, die sich mit dem Leben nach dem tödlichen Virus beschäftigt. 

Gleich zu Beginn war ich etwas enttäuscht, weil man von der Pandemie selbst nur wenig mitbekommt. Als Leser ist man auf Devins Wissensstand, der sich in einem Schuppen auf einer Farm zurückgezogen hat. Gemeinsam mit ihm entdeckt man die Welt, durch die der Virus gewütet ist. 

In einem weiteren Handlungsstrang ist man mit Lori unterwegs. Sie konnte sich mit ihrer Familie in ein Camp der Katastrophenschutzbehörde zurückziehen. Nach und nach kommt ihr in den Sinn, dass das nicht unbedingt ein sicherer Ort ist. 

Thematischer Schwerpunkt dieser Reihe liegt laut diesem Band im zwischenmenschlichen Bereich. Nach dem der Virus 90 % der Menschheit umgebracht hat, kristallisieren sich neue Machtgefüge heraus, die auf dem ersten Blick im Recht des Stärken bestehen. 

Diesbezüglich wurden schon etliche Szenarien entworfen und auch John W. Vance reiht sich mit seinen Ideen in gängiger Manier ein. Gewalt steht an der Tagesordnung, Frauen werden vergewaltigt, Menschenhandel und Kannibalismus gehören zum Tagesgeschehen und es gibt natürlich eine Geschichte hinter dem Virus, die es aufzuspüren gilt. 

An der Entwicklung des Virus' und seiner Verbreitung ist der Erzählpart um Lori dran. Sie ist es, die die Zusammenhänge im Hintergrund für den Leser entdeckt, und damit Licht um das mysteriöse Auftauchen von "The Death" bringen kann. Leider hatte ich die Hintergründe um den Virus viel zu schnell durchschaut, weil der Autor ziemlich geradlinig und ohne Schnörkel in seinem Erzählstil ist. Zwar erlebt man durch Lori den Camp-Alltag und politische Machenschaften aus erster Hand, doch insgesamt hat es an Atmosphäre sowie Spannung gefehlt.

Genauso ist es mir auch mit dem Strang um Devin ergangen. Gemeinsam mit Devin ist man im 'offenen' Land weitab regierungsnaher Organisationen unterwegs und schlägt sich mit Selbstjustiz und brutalen, selbsternannten Führungsriegen herum. Alles in allem handelt es sich dabei um Elemente, die bei mir nicht unbedingt den Reiz einer Endzeit-Story ausmachen. 

Meiner Meinung nach ist der Autor viel zu schnell ans Eingemachte gegangen, und hätte seiner Story etwas mehr Tiefe geben können. Allein schon der Hergang der Pandemie selbst hätte mich interessiert, doch dieser bleibt bis auf wenige Rückblenden vollkommen ausgespart. 

Im Endeffekt bleibt ein eher typischer Endzeitverlauf, der aufgrund der Namenswahl und persönlicher Ereignisse der Figuren marginal an "The Walking Dead" erinnert, im Unterschied dazu (leider) keine Zombiemeuten aufzuweisen hat. 

Leser, die besonders gern in intrigante Machenschaften einer Menschheit am Ende der Zeit eintauchen, werden dennoch ihre Freude haben, weil es zweifellos ein solider Reihenauftakt ist. Mich hat "The Death" nicht ganz überzeugt, da ich mir mehr Endzeitstimmung erhofft hatte. 

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at