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Gruselige Kurzgeschichten für die ganze Familie

Der 13. Stuhl - Dave Shelton, Ingo Herzke

Als Jack sich in ein verlassenes altes Gebäude schleicht, ahnt er, dass ihm Schauriges begegnen wird. Und siehe da, sie erwarten ihn schon. Zwölf Personen sitzen im Kreis, jeder hat eine brennende Kerze vor sich, und Jack wird auf den 13. Stuhl gesetzt. 

"Der 13. Stuhl" ist eine Kurzgeschichtensammlung, die durch die Rahmenhandlung um Jack wunderbar schaurig abgerundet ist. 

Genau wie Jack war ich gespannt, was uns da erwarten wird. Da ist dieses alte, verlassene Haus, ein dunkler Raum und zwölf Gestalten, die ihm erwartungsvoll entgegenblicken. Jede Person hat eine brennende Kerze vor sich. Auch Jack bekommt eine, als er sich auf den 13. Stuhl niederlässt.

Reihum werden gruselige Geschichten erzählt. Manche sind moderne Schauermärchen, bei anderen handelt es sich um klassische Spuknovellen, die einmal weniger, dann wieder mehr dem Grauen Platz in dem dunklen Kreis machen.

Es wird von manischen Schriftstellern, dämonischen Katzen, blutbefleckten Immobilien, geisterhaften Schulmädchen und sagenumwobenen Diebstahl erzählt. Sobald eine Gestalt mit ihrer Erzählung geendet hat, bläst sie die Kerze aus, und schon lodert die nächste schön-schaurige Flamme auf. 

Die meisten Erzählungen haben mir gefallen, und es waren schon einige dabei, die sogar mich gegruselt haben. Viele Geschichten beinhalten ganz klassischen Spuk, andere gehen weiter, und fangen gleich abartige Dämonen ein.

Zu den Geschichten bleibt noch zu sagen, dass sie wahrscheinlich genau richtig für jüngere Leser sind, denen es nach Gänsehaut-Feeling belangt. Obwohl sie für Erwachsene bestimmt genauso schön zu lesen sind.  

Von der Rahmenhandlung um den Jungen Jack war ich besonders angetan. Einerseits erlebt man Jacks Reaktionen auf die Geschichten der anderen, wie er sich fürchtet und ihm die Kälte über den Rücken kriecht. Andrerseits hat er Bammel, weil er weiß, dass er früher oder später ebenfalls an die Reihe kommt. Hoffentlich fällt ihm bis dahin etwas Passendes ein, damit er sich nicht vollständig blamiert.

Diese mysteriöse Runde ist schon recht speziell. Während sie nach und nach erzählen, habe ich mich gefragt, wer diese Menschen sind, und warum sie sich im Dunkeln, nur begleitet vom Kerzenschein, gegenseitig das Fürchten lehren. Schon allein bei diesem Setting bin ich gern dabei gewesen. 

Was bleibt, ist eine schön-schaurige Kurzgeschichtensammlung für zwischendurch, die auch für die kleineren Gruselmonster geeignet ist, und bestimmt im familiären Kreis - vielleicht sogar gemeinsam - gut gelesen werden kann. 

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.co.at