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Unglaubwürdige Familiengeschichte ohne Spannungseffekt

Mädchen aus dem Moor - Audible Studios, Vera Teltz, Peter Tremayne

Als sich Kaths angeblicher Unfall als Selbstmordversuch entpuppt, weiß sie nicht mehr was Realität und was Illusion ist. Führt sie nicht eine glückliche Vorzeigeehe? Warum hätte sie Mann und Tochter verlassen wollen, wo sie doch beide regelrecht vergöttert? Oder trügt sie ihre Erinnerung und ihr Leben ist gar nicht, wie es scheint?

Von S. K. Tremayne habe ich mittlerweile zwei Bücher gelesen. Ich schätze den Autor aufgrund seiner Gruselatmosphäre und hatte gehofft, dass sie auch in diesem Werk mein Blut in den Adern gefrieren lässt. 

Kath ist mit ihrem Auto im Dartmoor gelandet. Was anfangs wie ein Unfall scheint, offenbart sich als Selbstmordversuch. Kath kann sich nicht vorstellen, warum sie sich selbst am Grund des Dartmoors ertränkt. Doch ihr angeblich strahlendes Leben, wird zu einem trüben Sumpf, als ihr die Erinnerung an den Unfall kommt.

Den Großteil der Geschichte erfährt man aus Kaths Perspektive. Sie erzählt von ihrem schönen Mann, ihrer anbetungswürdigen Tochter Lyla und dem abgeschiedenen Leben auf dem Dartmoor, wo es noch einsamer ist, als man ahnt.

Bei Kath kommen nach und nach die Erinnerungen an den Unfall beziehungsweise Selbstmordversuch hoch. Daraus ergeben sich viele Fragen, und sie hat ein mulmiges Gefühl. Was verheimlicht ihr Bruder vor ihr? Warum ist ihr Mann derart abweisend? Und aus welcher Motivation heraus, soll sie sich für Selbstmord entschieden haben?

Es entsteht eine mehr oder weniger spannende Figurenkonstellation aus Kaths Mann, ihrem Bruder, der Schwägerin und natürlich Töchterchen Lyla, die zentral in der Handlung steht. 

Lyla nimmt einen besonderen Part in diesem Thriller ein und meinem Empfinden nach war sie die einzige interessante Figur. Sie hat eventuell das Asperger-Syndrom. Zumindest zeigt sie Symptome dafür. Als merkwürdiges Mädchen verlangt sie besonderes Einfühlungsvermögen von ihrer Umgebung, woran Kath und ihr Mann regelmäßig scheitern.

Obwohl S. K. Tremayne dank der Beschreibungen des Dartmoors ein düsteres Ambiente schafft, konnte er mich überhaupt nicht fesseln. Denn die Handlung tröpfelt vor sich hin, es gibt keinen Spannungsbogen und das Ende ist in der gesamten Konstruktion versumpft.

Die Beziehungen zwischen den Figuren und die Geheimnisse untereinander waren meinem Geschmack nach überkonstruiert. Ich konnte mir ihre Aktionen und Lügen nicht erklären, und insgesamt hat mir der Antrieb in der Handlung gefehlt. Kath dümpelt vor sich hin, hat Töchterchen Lyla an der Hand, und denkt nicht einmal daran, lauthals um Hilfe zu schreien, damit sie jemand aus dem Morast zieht. 

Zum Schluss bleibt eine wirre Familiengeschichte, die auf mich ziemlich unglaubwürdig wirkt, und es fehlen mir vor allem Spannung und Gruseleffekt. 

Mit „Mädchen aus dem Moor“ hat mich Tremayne leider weder packen noch überzeugen können. Die Charaktere sind allesamt zu blass, die Spannung versumpft, und die Handlung an sich ist im Morast verdümpelt, wobei zumindest das Dartmoor exzellent beschrieben ist. 

Quelle: http://zeit-fuer-neue-genres.blogspot.com